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Alpha ist sexy

10. Februar 2020

Lesezeit: 3 Minuten

von Sidi Staub, LGT

Investor mit einem grossen Alpha

Alphatiere sind die kräftigsten und schlausten Mitglieder eines Rudels. Deshalb gefallen sie dem anderen Geschlecht. Und das gilt nicht nur für die Tierwelt: Auch Anleger finden Alpha sexy.

Im Finanzjargon bezeichnet Alpha die Mehrrendite eines Wertschriftenportfolios gegenüber seiner Benchmark. Ein Beispiel: Wenn Sie Ihr Portfolio in deutsche Aktien investieren, dann ist Ihre Benchmark wahrscheinlich der DAX, also der Deutsche Aktien Index. Fällt der DAX um zwei Prozent und Ihr Portfolio steigt im gleichen Zeitraum um ein Prozent – ohne dass Sie grössere Risiken als der DAX eingegangen sind – dann haben Sie ein Alpha von drei Prozent erzielt. Herzliche Gratulation!

Wie man sieht: Alpha zu verstehen, ist gar nicht so schwierig. Alpha zu erzielen, also den Markt auf Dauer zu schlagen und besser als der Durchschnitt der anderen Anleger zu investieren, ist hingegen sehr schwierig. Weil Anleger naturgemäss an hohen Renditen interessiert sind, ist Alpha zum heiss begehrten heiligen Gral der Finanzindustrie geworden, der von allen gejagt wird.

Sind Märkte effizient?

Wirtschaftswissenschaftler sind sich allerdings uneinig, ob es überhaupt möglich ist, für ein Portfolio dauerhaft Alpha zu erwirtschaften. Anhänger der sogenannten «Effizienzmarkthypothese» gehen davon aus, dass die meisten Märkte effizient sind. Das heisst, dass zu jedem Zeitpunkt sämtliche für den Preis eines Wertpapiers relevanten Information vollständig im Kurs des Wertpapiers reflektiert sind. Es sei demnach gar nicht möglich, dank mehr Informationen oder intelligenterer Informationsauswertung die zukünftige Preisentwicklung an den Finanzmärkten zu prognostizieren. Folglich könne man auch nicht diejenigen Wertpapiere identifizieren, welche überdurchschnittlich abschneiden werden. Und sowieso: Je mehr Finanzanalysten und Fonds-Manager dem Alpha nachjagten, desto effizienter würden die Märkte und desto rarer würde es sich machen.

Durchschnittliches Mittelmass

Was rar ist, ist auch teuer. Fonds-Manager und Anlagefonds, die zuverlässig Alpha erzielen können, haben denn auch ihren Preis. Deshalb bescheiden sich viele Anleger: Ihnen reicht es, wenn ihr Portfolio gleich gut wie der Markt abschneidet. Sie geben sich also mit dem durchschnittlichen Mittelmass zufrieden und investieren in kostengünstige, passive Indexfonds. Das sind Fonds, welche einen Index möglichst exakt nachbilden und deren Performance genau der Marktentwicklung folgt – nach oben und nach unten.

Ist Ihnen das zu wenig sexy?

Sind Sie davon überzeugt, dass längst nicht alle Märkte immer effizient sind? Dass also mehr herauszuholen ist, als bloss der Durchschnitt? Falls Sie selbst kein Anlageprofi sind, sollten Sie sich in diesem Fall am besten darauf verlegen, die wenigen Talente zu entdecken, die tatsächlich Alpha erwirtschaften können. Das setzt allerdings viel Erfahrung und Know how voraus – sowie die berühmte feine Nase. Denn im Unterschied zur Tierwelt sind die Alpha-Tiere unter den Fonds-Managern sehr schwierig zu erkennen.

Titelbild: Unsplash, Eva Blue

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