Skip navigation Scroll to top
LGT
VALUES WORTH SHARING
Scroll to top

Was Sie über Fundraising für Startups wissen sollten

3. Juli 2020

Lesezeit: 7 Minuten

von Ellen Sheng

Fundraising für Startups

Fundraising ist zentral für den Erfolg eines Start-ups, aber nur wenige Gründer sind darin Experten.

Fundraising steht beim Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens im Zentrum. Denn über ausreichend Kapital zu verfügen kann entscheidend für Erfolg oder Misserfolg sein, zum Beispiel bei der Einführung eines neuen Produktes oder der Expansion in einen neuen Markt.

In den allermeisten Fällen muss sich der Gründer selbst um diese kritische Aufgabe kümmern. Auch wenn die Beschaffung von Kapital wichtig ist, verwirrt der Prozess viele. Dafür gibt es einen guten Grund. 

"Bei der Gründung der eigenen Firma verfügt kaum ein Unternehmer über genügend Fundraising-Wissen. Das haben die meisten einfach noch nie gemacht", so Alejandro Cremades, Unternehmer, Fundraising-Berater und Autor des Buches "The Art of Startup Fundraising".

Auch wenn nur wenige Gründer als Experten für Kapitalbeschaffung angefangen haben, so finden sich mit der Zeit einige damit zurecht. "Mit dem richtigen Rüstzeug", so Cremades, "kann der gesamte Prozess der Mittelbeschaffung beschleunigt werden und läuft vorhersehbarer ab, als man sich das vorstellen würde." Deshalb wollen wir auf einige Grundlagen hinweisen, die jungen Unternehmern den Einstieg erleichtern.

Finanzierungsrunden: vom Pre-Seed bis zum IPO

Fundraising ist ein Prozess: Startups müssen sich durch eine Reihe von Investments oder Kapitalerhöhungen immer wieder aufs Neue finanzieren. Denn wenn das Unternehmen wächst, wachsen auch seine Kapitalanforderungen. Jede Finanzierungsrunde dient dabei als Sprungbrett für die nächste Runde oder Entwicklungsstufe. Je nach Branche kann der Zeitraum zwischen den einzelnen Finanzierungsrunden zwischen sechs Monaten und einem Jahr variieren.

In der Anfangsphase verlassen sich die Gründer in der Regel auf Eigenfinanzierung, Freunde und Familie, Wettbewerbe für Geschäftspläne oder Crowdfunding. Ty'lisa Summers hatte keine andere Wahl als Geld aus ihrer Altersvorsorge zu investieren, um Spendebt, ein Fintech-Unternehmen, das Menschen beim Zurückzahlen ihrer Schulden unterstützt, zu gründen. Nach dem Start fand sie auf lokaler Ebene Finanzierungsquellen und beanspruchte Förderungsgelder für Jungunternehmer. Sie nahm mit Erfolg an Businessplan-Wettbewerben teil.

Fundraising für Startups ist ein Prozess
Fundraising ist ein Prozess.

Demgegenüber hatte sie Bedenken, in der Frühphase Geschäftsanteile abzugeben. "Wenn man damit zu einem derart frühen Zeitpunkt beginnt, hat man noch nicht unbedingt eine Vorstellung davon, wie gross das Unternehmen wird oder wie sich sein Wert entwickeln wird. Wer während der Findungsphase und damit zu früh 25% abgibt, hat später vielleicht nicht mehr genug Anteile, um andere beteiligen zu können", sagt sie.

Finanzierungsrunden beginnen normalerweise mit einer ersten Pre-Seed- oder Seed-Runde. Diese frühen Finanzierungsquellen sind zum Beispiel Inkubatoren, Accelerators, Angel-Investoren oder Investoren auf Basis von Mikrokrediten. Die Beträge variieren dabei zwischen 10 000 und 2 Millionen US-Dollars. Diese ersten Finanzierungsrunden helfen Unternehmen insbesondere bei der Finanzierung von Marktforschung oder Marktentwicklung.

Danach beschaffen die Unternehmen grössere Beträge – in den sogenannten Series A-, B-, C- Runden und darüber hinaus. Investoren sind beispielsweise Family Offices, Risikokapital, Hedgefonds oder andere Investmentfirmen. Wenn Unternehmen noch mehr wachsen wollen, müssen sie unter Umständen mehr Kapital aufnehmen, um Unternehmen zu übernehmen, in neue Märkte zu expandieren oder neue Produkte zu schaffen. In dieser Phase sind Private Equity oder strategische Partner beteiligt; oder man forciert einen Börsengang.

Den Investor verstehen

Jeder Investor hat seine eigenen Bewertungskriterien. Die müssen Sie verstehen, bevor Sie ihn wegen einer Finanzierung ansprechen. Dabei geht es nicht nur darum, Ihre eigene Vision zu artikulieren. Sie müssen auch den Investor, seine Bedenken und Interessen verstehen.

Sie sollten demnach nicht nur am Feinschliff Ihrer Pitch-Präsentation arbeiten, sondern auch zu Ihren potenziellen Investoren recherchieren. Haben sie bereits in ein Unternehmen investiert, das Ihrem ähnlich ist? Wenn das der Fall ist, könnte Ihr Business ihnen weniger attraktiv vorkommen.

Startup Pitch
Startup Pitch

Bei Family Offices ist diese Abstimmung wichtig, sagt Alice Chen, Mitbegründerin der Verwaltungsplattform für Family Offices FDP & Co. Chen und ihre Mitgründerin Simran Kang kennen beide Seiten. Sie haben Erfahrung sowohl als Investoren als auch als Unternehmer.

"Es ist wichtig zu verstehen, wie Ihr Start-up zu den Investment-Grundsätzen eines Familie Offices passt, und dass Sie Ihre Präsentation entsprechend anpassen", so Chen. Erfahrene Multi-Family Offices haben klare Mandate, Investment-Grundsätze und Bewertungsmassstäbe. Im Gegensatz dazu seien jüngere Family Offices einer einzigen Familie weniger formell und hätten einen eher unternehmerischen Investitionsstil, so Chen.

Bauen Sie Ihr Netzwerk aus

Fundraising ist ein langfristiges Unterfangen. Investoren und Unternehmer stellen fest, dass man Investoren am besten dann trifft, wenn man nicht aktiv auf der Suche nach Kapital ist.

"Bauen Sie ein Netzwerk auf, bevor Sie es brauchen", sagt Divya Kakkad, Marketingleiterin bei der Female Founders Alliance. Das sei häufig schwierig, so die Vertreterin des Netzwerks für Gründerinnen.

"Wenn Sie um Geld bitten, erhalten Sie Ratschläge. Wenn Sie um Rat fragen, bekommen Sie vielleicht sogar einen Mentor, der für Sie zu einem Investor werden könnte oder Ihnen einen potenziellen Investor vorstellt", sagt sie. Kakkad empfiehlt, sich eine Liste von Investoren in Ihrer Branche zu erstellen und über LinkedIn Informationen zu recherchieren. Es gelte daran zu arbeiten, Schlüsselpersonen vorgestellt zu werden.

Summers sagte, sie habe ihr Netzwerk erweitert, indem sie sich in lokalen Gruppen vernetzt und einige Wettbewerbe gewonnen habe. Das Investment-Netzwerk "ist gross, aber gleichzeitig ziemlich klein. Wenn man einmal Zugang gefunden hat ist es wichtig, die Beziehungen weiter zu pflegen", sagt sie. 

Networking erfolgt meist persönlich durch lokale oder branchenspezifische Gruppen, aber die neuen Medien, einschliesslich Crowdfunding und sozialen Medien, haben mehr Möglichkeiten eröffnet.

Investor vs. Start-up
Divya Kakkad: "Wenn Sie um Rat fragen, bekommen Sie vielleicht sogar einen Mentor, der zu einem Investor werden könnte."

"Der Trend hin zu online hat die Ressourcen und das Ökosystem für Start-up-Gründer gestärkt. Sowohl Unternehmern als auch Investoren haben einen besseren Zugang", sagt Cremades. Einigen Gründern gelang es sogar, über Twitter, LinkedIn, Blogs, E-Mail und Crowdfunding-Plattformen Startkapital direkt von namhaften Investoren zu beschaffen, so seine Einschätzung. Aber das ist die Ausnahme, und im Fundraising komme es besonders darauf an, wen man kenne. Aber "das Internet kann es vereinfachen, Verbindungen auszubauen, sich vorzustellen und auf sich aufmerksam zu machen".

Die Kapitalbeschaffung nimmt viel Zeit in Anspruch, und manchmal kann das Überhand nehmen. Patrick Leung, Programmdirektor bei LimeHK, einem in Hongkong ansässigen Accelerator, sagt, er müsse die Gründer manchmal davor warnen, die Mittelbeschaffung über die tägliche Arbeit zu stellen. "Investitionen sind wichtig. Sie müssen aber ein gutes Fundament für Ihr Unternehmen schaffen, mit dem Sie beweisen können, dass es sich lohnt, in Sie zu investieren". 

Takeaways

  • Fundraising ist ein Prozess. Jede Finanzierungsrunde ist ein Sprungbrett zur nächsten Runde oder zur nächsten Entwicklungsstufe. Je nach Branche kann der Zeitraum zwischen den einzelnen Runden zwischen sechs Monaten und einem Jahr betragen.
  • Jeder Investor hat seine eigenen Kriterien. Neben dem Feinschliff Ihres Pitches sollten Sie auch Informationen über den Investor sammeln, um ihn besser zu verstehen.
  • Die Kapitalbeschaffung ist ein Marathon. Die beste Zeit, um Ihr Netzwerk auszubauen und Investoren zu treffen ist, wenn Sie nicht aktiv auf der Suche nach Kapital sind.

Entrepreneurs aus Tradition

Jeder Gründer eines Start-ups muss einen gewissen Unternehmergeist mitbringen um erfolgreich zu sein. Das Fürstenhaus Liechtenstein als Eigentümerin der LGT ist seit Jahrhunderten erfolgreich unternehmerisch tätig. Damit ist unternehmerisches Denken und Handeln fest in der DNA der LGT verankert.

Mehr vom LGT Online Magazin?

Hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse und erhalten per Newsletter regelmäßig das Aktuellste vom LGT Online Magazin.
Newsletter abonnieren