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LGT Beacon: Die relative Attraktivität des Abwartens nimmt zu

15. Mai 2018

Die Weltkonjunktur läuft gut, die Volatilität hat abgenommen und der Anstieg der US-Anleihenrenditen verlangsamt sich. Gleichzeitig irritiert die Weltpolitik, während selbst die kurzfristigen US-Realzinsen nicht mehr negativ sind. Abwartende Anleger werden damit erstmals seit zehn Jahren kurzfristig entschädigt. Das lastet auf der Dynamik der Börsenerholung. 

An aussergewöhnlichen weltpolitischen Ereignissen fehlt es derzeit nicht. Der April begann mit einem eskalierenden Austausch von Strafzollankündigungen zwischen den USA und China. Obwohl sich die Situation mit dem Beginn der offiziellen Verhandlungen inzwischen wieder entspannt hat, kann der Streit natürlich jederzeit wieder aufflammen, da in naher Zukunft einige handelsrelevante Entscheidungen und Ereignisse anstehen.

Gleichzeitig fand ein historisches Treffen zwischen den Präsidenten der zwei koreanischen Staaten statt, welches die nukleare Abrüstung und ein formales Ende des Koreakrieges als Ziel erklärte. Am 12. Juni wird zudem ein Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Führer Kim Jong-un stattfinden. Nach Jahren des Säbelrasselns ist auf der koreanischen Halbinsel eine Entspannung eingetreten. Der Weg bis zu konkreten Ergebnissen gilt jedoch als schwierig.

Am 8. Mai eröffneten die USA allerdings eine (nicht ganz) neue geopolitische Front: Washington gab den Ausstieg aus dem Abkommen von 2015 zur Eindämmung des iranischen Atomprogramms bekannt und kündigte die Wiedereinführung von Finanzsanktionen gegen Teheran an. Wenn auch nicht ganz unerwartet, könnte diese Entscheidung den Ölpreis weiter höher treiben, was im Falle eines deutlichen Wachstumseinbruchs eine Lockerung der Geldpolitik zukünftig erschweren könnte - und damit das Risiko einer stagflationären Entwicklung erhöht. 

Schwache Marktreaktionen auf politische Entwicklungen 

Es kann natürlich sein, dass diese Entwicklungen letztlich positive Ergebnisse zeitigen, wie z.B. neue Handelsabkommen oder eine stabile Friedensordnung für Korea. In der Tat ist die Marktvolatilität im vergangenen Monat auch etwas gesunken.

Leider ist auch die Aufwärtsdynamik an den Börsen im Gleichklang zurückgegangen. Letzteres ist bemerkenswert, da die Wirtschaftsdaten weiterhin insgesamt allenfalls auf eine nur moderate und vorübergehende Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums hindeuten mit lediglich geringfügig höheren (energiepreisgetriebenen) Inflationsraten. Die US-Berichtssaison für das erste Quartal war zudem sehr stark. Die Zahl der Unternehmen, welche selbst die zuletzt deutlich gestiegenen Erwartungen übertreffen konnten, erreichte sogar einen Rekord.

Die Aktienmärkte haben dennoch kaum reagiert. Die Nachzügler der Rallye des Vorjahres, wie Europa und Japan, zeigten in den letzten Wochen zwar wieder Stärke, doch unter dem Strich notieren die globalen Indizes für Industrie- und Schwellenländer weiterhin in etwa dort, wo sie zu Beginn des Jahres standen. Die Anleger scheinen sich nicht sicher zu sein, was sie von all diesen Entwicklungen halten sollen und ziehen es vor abzuwarten.

Konjunkturzyklisch befürchten viele, dass die besten Zeiten hinter uns liegen. In der Geopolitik wollen viele Marktteilnehmer selbst den positiv anmutenden Entwicklungen derzeit nicht ganz trauen.

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Anmerkung: Die nächste Ausgabe des LGT Beacon erscheint voraussichtlich Mitte Juni 2018.