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LGT Navigator: US-Regierung weicht China-Drohungen auf

14. August 2019

Obwohl der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China weit entfernt von einer nachhaltigen Lösung ist, sorgte gestern die Nachricht, dass Washington auf einen Teil der angedrohten Strafzölle gegen chinesische Importe verzichten will, an den Aktienmärkten für eine unerwartete Erholung von den anfangs Woche verzeichneten Verlusten und eine wohl zumindest kurzzeitige Entspannung.

Trade_War_Escalation

Die vorläufige Entlastung im Handelskonflikt sorgte an der New Yorker Börse für steigende Kurse. So legte der breit gefasste S&P 500-Index zeitweise um +2.0% zu und schloss +1.5% über dem Vortagesschluss, während der Goldpreis stellenweise um rund -3.0% nachgab. Auch an Asiens Börse ging es heute Morgen wieder aufwärts, nachdem das US-Handelsministerium erwogen hat, die zehnprozentigen Zölle auf bestimmte chinesische Güter wie Laptops und Mobiltelefone aufzuschieben. Bei weiteren Produkten wie Computern, Spielekonsolen sowie Monitoren werde es eine Verschiebung bis Mitte Dezember geben, hiess es aus Washington.

Italiens Senat vertagt Debatte über Regierungskrise

Gestern Abend hat der italienische Senat in Rom die weitere Debatte über die durch den Misstrauensantrag der rechtspopulistischen Lega ausgelöste Regierungskrise auf die nächste Woche vertagt – ein Rückschlag für Lega-Chef Matteo Salvini, der Neuwahlen anstrebt. Am kommenden Dienstag soll sich nun der parteilose Ministerpräsident Giuseppe Conte im Senat zur Regierungskrise äussern können. Salvini hatte die Koalition mit der «5 Sterne-Partei» unter dem parteilosen Conte vergangene Woche zu Fall gebracht, um damit so bald als möglich Neuwahlen zu erzwingen, bei denen sich der Lega-Chef erhofft, selbst Ministerpräsident zu werden. Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der drittgrössten Volkswirtschaft in der Eurozone wird die Kapitalmärkte weiter belasten.

US-Inflation zieht kräftiger an als erwartet

Die Lebenshaltungskosten in den Vereinigten Staaten sind im Juli stärker gestiegen als von Analysten angenommen. Im Jahresvergleich wurde eine Inflationsrate von +1.8% gemessen, verglichen mit einem Vormonatswert von +1.6% und einer Markterwartung von +1.7%. Die Kerninflationsrate, ohne Berücksichtigung der vielfach volatilen Energie- und Lebensmittelpreise, kletterte von +2.1% auf +2.2% und erreicht damit immerhin den höchsten Stand seit Januar. Ein verstärkter Inflationsdruck könnte die an den Kapitalmärkten erwartete weitere Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank (Fed) beeinflussen. Nichtsdestotrotz gehen aber immer mehr Marktteilnehmer von einer baldigen weiteren Zinslockerung aus. So geht die Investmentbank Morgan Stanley nun von einem nächsten Zinsschritt bereits im September aus, gefolgt von einer weiteren Zinssenkung im Oktober. Die Fed hat bekanntlich Ende Juli ihren Leitzins erstmals seit der Finanzkrise vor gut einem Jahrzehnt gelockert. Auch Goldman Sachs hatte jüngst die Wahrscheinlichkeit zweier Zinssenkungen im September und Oktober als hoch eingeschätzt.

Chinas Notenbank trotzt Druck aus Washington

Die chinesische Zentralbank schätzt die aktuelle Bewertung des Yuan als angemessen ein. Das gegenwärtige Niveau spiegele die derzeitige Wirtschaftslage sowie Angebot und Nachfrage am Kapitalmarkt wider. China sei auf alle Folgen der von den USA angedrohten Massnahmen vorbereitet. Washington hatte die Volksrepublik in der letzten Woche erstmals seit 25 Jahren wieder als Währungsmanipulator eingestuft und damit den Handelskrieg verschärft. Der Yuan hat seit März 2018 rund zehn Prozent an Wert verloren. China gerät durch den Handelsstreit mit den Amerikanern aber offensichtlich immer stärker unter Druck, wie beispielsweise die neusten Daten zur Industrieproduktion zeigen. Die Produktion erhöhte sich im Juli nur noch um +4.8% zum Vorjahresmonat – der schwächste Anstieg seit Februar 2002. Analysten hatten einen Zuwachs von +5.8% prognostiziert, nach einem Plus von +6.3% im Juni. Auch die Einzelhandelsumsätze sowie die Investitionen fielen im Juli schwach aus.

Singapur senkt Wachstumsprognose

Singapurs Wirtschaft gilt aufgrund des hohen Anteils an Technologieunternehmen – die Herstellung elektronischer Geräte macht rund 48% der gesamten Industrieproduktion Singapurs aus – und der starken Vernetzung in Asien als Barometer für die Verfassung der Weltwirtschaft. Gestern senkte die Regierung des südasiatischen Stadtstaates ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum nun nach unten. Singapur rechnet demnach im laufenden Jahr noch mit einem BIP-Wachstum von 0.0% bis +1.0%, verglichen mit der vorherigen Prognose von +1.5% bis +2.5%. Im zweiten Quartal war das BIP um lediglich +0.1% gewachsen.

 

Wirtschaftskalender 14. August

MEZ Land Indikator Aktuell
08:00 DE BIP (Q/Q) +0.4%
08:45 FR Verbraucherpreise (J/J) +1.3%
10:30 GB Verbraucherpreise (J/J) +2.0%
11:00 EZ BIP (Q/Q) +0.2%
11:00 EZ Industrieproduktion (J/J) -0.5%
14:30 US Importpreise (J/J) -2.0%

Unternehmenskalender 13. August

Land Unternehmen Periode
CH Schindler H1
US Cisco Systems Q4

 

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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Konsumentenpreise (J/J)
MEZLandIndikatorAktuell09:15ESMarkit PMI52.109:45ITMarkit PMI50.109:50FRMarkit PMI51.709:55DEMarkit PMI51.410:00EUMarkit PMI51.510:30GBMarkit/CIPS PMI49.710:30EUSentix: Investorenvertrauen-5.815:45USMarkit PMI51.616:00USISM PMI: Dienstleistungen55.1