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LGT Navigator: Androhung neuer Strafzölle verschreckt die Börsen

3. Dezember 2019

Hatten zunächst noch ermutigende Industriedaten aus Asien und Europa an den Aktienmärkten für einen positiven Wochenstart gesorgt, trübten Berichte über stockende Handelsgespräche zwischen den USA und China und Trumps Drohung, Strafzölle auf brasilianische und argentinische Stahlimporte zu reaktivieren, sowie auf französische Importe wegen der möglichen Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich zu verhängen, dämpften die Kauflaune der Investoren.

Geopolitik Handelskrieg

Die US-Regierung droht Frankreich mit neuen Strafzöllen. Hintergrund ist die mögliche Einführung der umstrittenen Digitalsteuer. Die Steuer diskriminiere gezielt grosse US-Internetunternehmen wie Amazon, Google oder Facebook monieren die USA. Daher erwäge Washington Strafzölle von bis zu 100 Prozent auf französische Importe im Wert von rund USD 2.4 Mrd., warnte US-Handelsbeauftragter Robert Lighthizer. Betroffen wären Handtaschen und einige Kosmetikprodukte sowie Champagner und verschiedene Milchprodukte wie Käse oder Butter.

Zudem kündigte die US-Regierung gestern an, unverzüglich die Importzölle auf Stahl und Aluminium aus Brasilien und Argentinien wiedereinzuführen. US-Präsident Donald Trump begründete den Schritt mit der massiven Abwertung der Währungen der beiden südamerikanischen Länder gegenüber dem US-Dollar und den daraus entstehenden Nachteilen für amerikanische Soja- und Maisproduzenten. Im Zusammenhang mit dem im Vergleich zu anderen Währungen starken Greenback erneuerte Trump auch seine Kritik an «seiner» Zentralbank. Die Fed müsse die Zinsen senken, damit die USA auf dem Weltmarkt durch den starken US-Dollar keinen Nachteil haben. Hinsichtlich des brasilianischen Reals oder des argentinischen Pesos sind jedoch hausgemachte wirtschaftliche oder politische Probleme für die Währungsabwertung verantwortlich.

Ausserdem warnte der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross China, dass die geplanten Zollanhebungen gegen chinesische Importe in Kraft treten würden, sollte kein Abkommen mit Peking zustande kommen.

In der Folge drehten die Börsen ins Negative und verzeichneten vor allem in Europa herbe Verluste von bis zu -2%. Die Sorgen vor einer erneuten Eskalation des Handelskriegs stellten dabei die am «Cyber Monday» erzielten Rekordabsätze in der US-Retail-Branche in den Schatten. Der Umsatz soll um rund +17% zum Vorjahr zugelegt haben.

Gemischte Signale aus der US-Industrie – ISM-PMI weiterhin klar unter der Wachstumsschwelle

Der wegen seiner starken Korrelation zum gesamtheitlichen Wirtschaftswachstum viel beachtete ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den amerikanischen Industriesektor hat sich im November zwar um die Marke von 48 Punkten stabilisiert, bleibt damit aber klar unter der Wachstumsmarke von 50 Zählern. Zudem wurden die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt, die eine Verbesserung des PMI auf 49.2 Punkte prognostiziert hatten. Gleichzeitig legte das Londoner Marktforschungsinstitut IHS Markit aber eine etwas zuversichtlichere Einschätzung nahe. So verbesserte sich der entsprechende Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie im November überraschend kräftig von 51.3 auf 52.6 Zähler zu. Insgesamt scheint sich daraus abzuleiten, dass sich im Industriesektor, nach dem durch den Handelskonflikt verstärkten Einbruch, weltweit eine gewisse Konsolidierung einstellt. Der dritte monatliche Anstieg in Folge zeige, dass die Industrie ihre Schwächephase hinter sich lasse, kommentierte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Lichtblick im europäischen Industriesektor

In der Eurozone scheint sich eine gewisse Stabilisierung im rezessionsgeplagten Industriebereich abzuzeichnen. Darauf deutete gemäss IHS Markit ein Anstieg des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im November von 46.6 auf 49.9 Punkte. Im September hatte der Stimmungsindikator den tiefsten Stand seit sieben Jahren erreicht. Trotz der leichten Aufhellung bleibt der Industriesektor im Euroraum klar unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Nach Einschätzung von IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson dürfte der Industriesektor die Konjunktur in der Eurozone auch im Schlussquartal erheblich belasten. Zumindest gebe es aber ermutigende Signale welche die Hoffnung nährten, dass das Schlimmste überstanden sein könnte, sofern der Handelskonflikt oder der Brexit nicht neue Rückschläge verursachen würden.

 

Wirtschaftskalender 3. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:30 CH Verbraucherpreise (J/J) -0.3%
11:00 EZ Erzeugerpreise (J/J) -1.2%

Unternehmenskalender 5. Dezember

Land Unternehmen Periode
US Kroger Q3

 

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.