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LGT Navigator: Zentralbanken forcieren den Kampf gegen die Inflation

23. September 2022

Nach dem neuerlich starkem Zinsschritt der US-Notenbank zogen auch die Zentralbanken Grossbritanniens, der Schweiz und Norwegens mit Zinserhöhungen nach. Im Zentrum steht bei allen Notenbanken die Bekämpfung der hohen Inflation, auch wenn damit eine Wirtschaftsabschwächung oder Rezession in Kauf genommen werden muss. An den Aktienmärkten sorgten die durch die Leitzinserhöhungen verschärften Finanzierungsbedingungen für Abgabedruck. Belastet wird die Stimmung auf dem Börsenparkett zudem durch die weitere Eskalation im Ukraine-Krieg sowie die hohe Volatilität an den Devisenmärkten. Am Anleihemarkt kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit elf Jahren. 

Zentralbanken forcieren den Kampf gegen die Inflation

In New York schloss der Dow Jones Industrial am Donnerstag bei 30'076.68 Punkten und verlor damit -0.35% zum Vortagesschluss. Im Laufe des Handelstages fiel der Dow erstmals seit drei Monaten unter die Marke von 30’000. Der S&P 500 gab um -0.84% auf 3'757.99 Punkte nach und an der Technologiebörse Nasdaq fielen die Indizes um rund -1.2%. Am Anleihenmarkt gerieten die Notierungen weiter unter Druck und die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg auf 3.7% – den höchsten Stand seit 2011.

Im asiatisch-pazifischen Raum gaben die Aktienindizes zum Wochenschluss kräftig nach. Während in Japan wegen eines Feiertages die Börsen geschlossen blieben, verliert der Hang Seng-Index in Hongkong etwa -0.9%. Der Shanghai Composite handelt rund -1.1% tiefer und der Shenzhen Component gibt um -1.8% nach. In Australien fällt der S&P/ASX 200 nach der Rückkehr zum Handel nach einem Feiertag um -2.3% und damit auf den niedrigsten Stand seit Juli. In Südkorea verliert der Kospi rund -1.8%. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans notiert ein Tagesminus von -1.4%. Dass auch in Asien der Inflationsdruck deutlich zugenommen hat, belegten die neusten Daten aus Singapur, wo die Jahresinflationsrate im August mit +7.5% den höchsten Stand seit 14 Jahren erreichte.

Japan greift dem Yen unter die Arme

Erstmals seit 1998 hat das japanische Finanzministerium direkt am Devisenmarkt interveniert, um die heimische Währung zu stützen. Der Yen war gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 24 Jahren gefallen. Man sei sehr besorgt und werde die Entwicklung weiter beobachten, hiess es aus Tokio. Gestern hatte Japans Notenbank ihre expansive Geldpolitik unverändert belassen, während die anderen grossen Zentralbanken die Zinsen weiter anhoben. Dies schwächte den Yen zusätzlich. Heute Morgen wird der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar knapp über 142 gehandelt.

Bank of England strafft die Geldpolitik weiter

Grossbritanniens Notenbank forcierte mit der bereits siebten Zinserhöhung in Folge ihren Kampf gegen die hohe Inflation. Der Leitzins wurde wie erwartet um 50 Basispunkte auf +2.25% angehoben. Der Entscheid fiel jedoch nicht einstimmig. Von den neun Ratsmitgliedern votierten drei Mitglieder für einen noch grösseren Zinsschritt von 75 Basispunkten und ein Mitglied für eine moderatere Straffung um 25 Basispunkte. In Grossbritannien beträgt die Inflationsrate mittlerweile knapp +10% und die Notenbank geht davon aus, dass die Teuerung noch weiter steigen wird.

SNB verabschiedet sich mit kräftigem Schritt von Negativzinsen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hob ihren Leitzins wie an den Finanzmärkten antizipiert um 75 Basispunkte auf +0.5% an und beendete damit die acht Jahre anhaltenden Phase der Negativzinsen. Angesichts des auch in der Schweiz zunehmenden Inflationsdrucks stellte SNB-Präsident Thomas Jordan weitere Zinserhöhungen in Aussicht.

Auch Norwegens Zentralbank erhöht Leitzins

Die Norges Bank stemmt sich ebenfalls mit einer weiteren Zinsstraffung gegen die Inflation. Die Notenbank in Oslo erhöhte ihren Schlüsselzins wie erwartet um 50 Basispunkte auf nunmehr +2.25%.

EZB-Spitzenvertreterin bekräftigt Aussicht auf weiter steigende Zinsen, aber auch längerfristig wieder tiefere Inflation

Nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel wird die EZB die Zinsen weiter anheben müssen, um gegen die Inflation im Euroraum vorzugehen. Wie gross der nächste Zinsschritt am 27. Oktober sein wird, und bis zu welchem Niveau die Notenbank die Leitzinsen anheben muss, könne man derzeit nicht sagen, so Schnabel in einem Interview. Die EZB fahre auf Sicht und müsse die Konjunktur- und Inflationsdaten vor jedem Entscheid neu bewerten. Die EZB werde entschlossen gegen die Inflation kämpfen und dafür sorgen, dass sich die Inflation auf mittelfristig wieder beim angepeilten Ziel von 2% einpendelt.

  

Wirtschaftskalender 23. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
06:00 JP Feiertag
09:00 ES BIP Q2 (Q/Q) +1.1%
09:15 FR Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (September) 50.4
09:30 DE Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (September) 46.9
10:00 EZ Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (September) 48.9
10:30 GB Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (September) 49.6
15:45 USA Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (September) 44.6
17:30 DE Bundesbankpräsident Nagel spricht
17:30 CH SNB Präsident Jordan spricht
20:00 USA Fed Vorsitzender Powell spricht

 

Unternehmenskalender 27. September

Land Unternehmen Periode
CH Georg Fischer Kapitalmarkttag

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.