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LGT Navigator: Corona-Angst holt Börsen wieder ein

22. September 2020

Die Angst vor einer neuen Corona-Welle, insbesondere auch in Europa, sorgte zum Wochenstart für Nervosität an den Kapitalmärkten. In den USA überschattet zudem der Streit um die Nachfolge der verstorbenen Verfassungsrichterin Ginsburg den Wahlkampf. US-Präsident Trump will nun bereits in dieser Woche seine Kandidatin für das Oberste Gericht bekannt geben. Vor diesem Hintergrund bleiben die politischen Spitzen in Washington zerstritten und ein Kompromiss für ein weiteres Corona-Hilfspaket scheint in weiter Ferne. US-Notenbankchef Powell wird heute nochmals betonen, dass die Fed alle ihre Instrumente einsetzen werde, um die Wirtschaft zu stützen.

Corona-Angst holt Börsen wieder ein

An der Wall Street und an Europas Börsen sorgt die Furcht der Anleger vor einer zweiten Pandemiewelle für eine wieder spürbar stärkere Nervosität. In der Folge brachen die Aktienkurse zu Wochenbeginn zunächst ein, konnten sich dann aber im Laufe des Handelstages dank einer Erholung der Technologiewerte wieder fangen. Der Dow Jones Industrial fiel zu Beginn auf den tiefsten Stand seit Anfang August und schloss dann mit einem Tagesverlust von -1.84% bei 27 147.70 Punkten. Der marktbreite S&P 500 verlor -1.16% und ging bei 3 281.06 Zählern aus dem Tagesgeschäft. Der technologielastige Nasdaq 100 drehte nach anfänglichen Verlusten ins Plus und schloss +0.4% höher bei 10 980.22 Punkten. In Asien hielt die allgemein wieder risikoaverse Haltung der Investoren an und die Sorgen über den Verlauf der Coronavirus-Pandemie dominierten. Während die Börse in Tokio feiertagsbedingt geschlossen blieb, notierten die Aktienindizes in Hongkong, Shanghai und Shenzen leicht im Minus.

US-Notenbankchef Jerome Powell wird heute vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses die Bereitschaft der Fed bekräftigen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Wirtschaft durch die Corona-Krise zu führen. Die Zentralbank sei verpflichtet, die gesamte Bandbreite ihrer Instrumente zu nutzen, heisst es in einem vorab veröffentlichten Manuskript.

EZB-Lagarde betont Sorge um Euro-Aufwertung

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) Christine Lagarde bekräftigte, dass die EZB den Verlauf des Eurokurses weiterhin aufmerksam verfolgen werde. Das aktuelle Umfeld sei von hoher Unsicherheit geprägt und die Entwicklungen müssetendaher sehr aufmerksam geprüft werden. Dies gelte insbesondere auch für die Wechselkursentwicklung im Hinblick auf ihre Folgen für die mittelfristigen Inflationsaussichten, so Lagarde.

EZB überprüft ihr Corona-Hilfspaket

Einem Bericht der Financial Times zufolge, überprüft die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit ihr EUR 1.35 Billionen schweres Corona-Wertpapierkaufprogramm (PEPP). Geprüft werden die Auswirkungen der Stimulierung auf die Euro-Wirtschaft und die potenzielle Dauer des Programms sowie die Möglichkeit, die für dieses Paket geltenden flexibleren Regeln auch auf andere Programme der EZB auszuweiten. Die Zentralbank hatte PEPP im März zum Höhepunkt der pandemie-bedingten «Lockdowns» in Europa etabliert, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise einzudämmen.

Bundesbank rechnet mit weiterer Erholung, aber mit weniger Schwung

In ihrem gestern publizierten Monatsbericht zeigt sich die deutsche Bundesbank etwas zuversichtlicher hinsichtlich der Erholung vom Corona-Schock. Nach dem tiefen Absturz infolge des «Lockdowns» habe die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Notenbank die Trendwende im Sommer geschafft. Im dritten Quartal 2020 sei mit einer kräftigen Gegenbewegung zu rechnen, wobei aber das Vorkrisenniveau noch erheblich unterschritten werde ­ dies gelte sowohl für die Industrie, als auch für den Dienstleistungssektor. Im Fazit geht die Bundesbank davon aus, dass sich die Erholung im weiteren Jahresverlauf zwar fortsetzen, aber an Dynamik verlieren wird.

Norwegens Staatsfonds soll mehr in Nordamerika und weniger in Europa investieren

Der milliardenschwere norwegische Staatsfonds (Government Pension Fund Global) soll auf Empfehlung der norwegischen Zentralbank, die den Fonds verwaltet, und des Finanzministeriums, in Zukunft weniger in Europa investieren und den Anteil an nordamerikanischen Vermögenswerten steigern. Eine Anpassung werde sicherstellen, dass die Investitionen die globale Verteilung der Wertschöpfung in börsennotierten Unternehmen  besser repräsentierten, meinte Norwegens Finanzminister Jan Tore Sanner. Der Fonds hat derzeit ein Volumen von rund NOK 10.48 Billionen (USD 1.15 Billionen) und ist in etwas mehr als 2.6% aller börsennotierten europäischen Aktien investiert sowie in 1.1% der Aktien aus Nordamerika, Afrika und dem Nahen Osten.

Grossbritanniens Industrie begräbt Hoffnung auf «V-förmige» Erholung

In einer aktuellen Umfrage des britischen Industrieverbandes «Make UK» rechnet die Mehrheit der befragten Unternehmen nicht mehr mit einer schnellen Erholung und einer Rückkehr auf das Vorkrisenniveau. Es müsse mit einem langen Weg zurück zu normalen Handelsbedingungen ausgegangen werden und das Szenario einer «V-förmigen» Konjunkturerholung sei «nichts weiter als Fantasie». Neben der Corona-Krise trägt vor allem auch das Risiko eines Scheiterns der Verhandlungen zwischen Grossbritannien und der Europäischen Union über ein Handelsabkommen nach Ende der Brexit-Übergangsperiode zur Unsicherheit bei.

 

 

Wirtschaftskalender 22. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
16:00 USA Absatz bestehender Eigenheime (August, M/M) +24.7%
16:00 USA Absatz bestehender Eigenheime (August, J/J) +5.9%

 

Unternehmenskalender 24. September  

Land Unternehmen Periode
USA  Nike Q1

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.