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LGT Navigator: Eurozone wieder im Aufwind

6. August 2020

Nach der Talfahrt der letzten Monate ist die Eurozone nun wieder auf einem Wachstumskurs. Wie das Markit-Institut mitteilte, stieg der EInkaufsmanagerindex der Industrie und Dienstleister im Gebiet der Währungsunion von 48.5 auf 54.9 Punkte, also wieder über die neutrale 50-Punkte-Schwelle. Eine Überraschung war dieser Sprung aber nicht.

Unternehmensberichte weiterhin im Fokus der Börsen

Nach monatelanger Krise und wenig Visibilität im Rahmen der Coronakrise, legte der Umfragewert erstmals seit Februar wieder zu, notabene mit dem höchsten Wachstumstempo seit über zwei Jahren. Die sich abzeichnende Konjunkturbelebung fand stärker im Dienstleistungs- als im Industriesektor statt. Die Industrie lag mit 51 Zählern nur leicht über der Wachstumsschwelle. So werden beispielsweise die Auftragsbücher der deutschen Maschinenbauer infolge der schlechten Investitionsnachfrage immer dünner. Eine Trendwende, und somit der Tiefpunkt, sei noch nicht in Sicht, teilte der deutsche Branchenverband VDMA mit. Obschon sich die Lieferketten in der Industrie stabilisiert hätten, fehle ob der hohen Unsicherheit die Nachfrage. In der als Rückgrat für die deutsche Wirtschaft geltenden Maschinenbaubranche nutzen zurzeit 70% der Firmen Kurzarbeit. Ohne die massive staatliche Unterstützung wären alleine in dieser Branche rund 700 000 Arbeitsplätze gefährdet.

Erholung des US-Arbeitsmarktes verliert an Schwung

Laut dem jüngsten nationalen ADP-Beschäftigungsbericht stieg die Zahl der Beschäftigten im Privatsektor in den USA im vergangenen Monat um 167 000 Arbeitsplätze an, was auf eine deutliche Verlangsamung der Erholung im vergangenen Monat hindeutet. Diese ist deutlich schwächer als von den Ökonomen erwartet, die im Durchschnitt mit 1.2 Millionen neuen Arbeitsplätzen rechneten. Die Verlangsamung des Beschäftigungswachstums wird durch die jüngsten Arbeitslosenzahlen bestätigt. Eine Ursache für die Verlangsamung könnte in den explodierenden Coronavirus-Fällen liegen, insbesondere in den dicht besiedelten Regionen, in denen die Regierung Unternehmen wieder schliesst und Wiedereröffnungen pausiert. Umfassendere Beschäftigungsdaten werden am Freitag von der US-Regierung veröffentlicht.

Schweizer Wirtschaft trotzt Coronakrise

Gemäss der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich wird die Schweizer Wirtschaft weniger unter der Covid-19-Krise leiden als andere europäische Staaten. Obschon das Wirschaftsumfeld und die mit der Pandemie einhergehenden Massnahmen immer noch herausfordernd sind, zeigt die neueste Studie des Instituts, dass die Zahlen der Unternehmen sich allmählich verbessern. Derweil glauben rund 14% der 4 500 befragten Firmen, dass ihr Betrieb auf der Kippe stehe. Auch der Arbeitsmarkt scheint sich leicht aufgehellt zu haben. Ein Vorteil für die helvetische Volkswirtschaft ist die diversifizierte Wertschöpfung, inklusive einem Pharma- und Finanzssektor, welche unter der Krise nicht so stark gelitten haben. Das KOF geht in ihrem Hauptszenario davon aus, dass keine zweite Welle eintrifft und die Schweizer Wirtschaft um 4.9% schrumpfen wird. Das ist leicht optimistischer als das Insitut im Juni verlautbaren liess. Der Weg wird steinig: Auch mit einer Erholung im Jahre 2021 wird nicht davon ausgegangen, dass das BIP Ende 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Sollte es aber tatsächlich zu einer zweiten Welle kommen, wird gar von einer Kontraktion von 6% ausgegangen.

Wirtschaftskalender 6. August

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Zinsen Bank of England 0.1%
08:00 D Industrieaufträge (im Jahresvergleich) -29.3%
10:00 I Industrieproduktion (im Jahresvergleich -20.3%
14:30 USA Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung 1'434'000

Unternehmenskalender 6. August

Land Unternehmen Periode
CH Adecco S1
D Adidas Q2
D Beiersdorf S1
USA Bristol-Myers Squibb Q2
F AXA S1
D Henkel Q2
D Merck KGAA Q2
DK Novo Nordisk Q2
D Siemens Q3

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: David Wolf, +41 44 250 83 48, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.