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LGT Navigator: Geld- und fiskalpolitische Hilfe befeuert Börsen

25. März 2020

Die US-Notenbank scheint erfolgreich eine Linie in den Sand gezogen zu haben und die Einigung im US-Kongress auf ein zwei Billionen US-Dollar schweres Stimuluspaket sorgte an den Aktienmärkten für ein Kursfeuerwerk. An der Wall Street legte der Dow Jones Industrial um mehr als 2 000 Punkte (+11.4%) zu und verzeichnete damit den stärksten Anstieg seit 1933! Auch an Asiens Börsen setzt sich die Erholung fort und die Futures-Märkte signalisieren eine positive Eröffnung in Europa.

Geld- und fiskalpolitische Hilfe befeuert Börsen

Die beispiellosen und in ihrer Dimension historischen geld- und fiskalpolitischen Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie scheinen nun an den Finanzmärkten für eine gewisse Bodenbildung zu sorgen. Nach einem dramatischen Ausverkauf konnte der Leitindex der New Yorker Börse gestern die heftigen Verluste einer ganzen Handelswoche an einem Tag wieder wettmachen. Auslöser waren einerseits die jüngsten von der Fed angekündigten weiteren Hilfsmassnahmen sowie das im US-Parlament abgesegnete Konjunkturpaket in Höhe von USD 2 Billionen. Optimistisch stimmte die Börsianer auch die ­ zu diesem Zeitpunkt äusserst optimistische ­ Aussage von US-Präsident Donald Trump, die US-Wirtschaft baldmöglichst wieder auf volle Touren bringen zu wollen. In Asien setzt sich die Erholungsrally fort. In Tokio gewann der Benchmark-Nikkei 225-Index rund +8% und auch in Hongkong verzeichnete der Hang Seng-Index ein Plus von rund +3%.

Dennoch: Die Erholung an den Aktienmärkten folgt auf brutale Verluste in den Vorwochen und darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Krise noch nicht überstanden ist. Zudem werden die negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft noch lange Zeit spürbar sein.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte sich das Epizentrum der Coronavirus-Pandemie angesichts rapide ansteigender Infektionszahlen bald in Richtung Vereinigte Staaten verschieben. Andererseits gebe es für Italien Hoffnung, dass sich die Infektionskurve allmählich abflache. Währenddessen bleibt die Lage insbesondere in Spanien und Italien weiterhin dramatisch.

G7 beschwören verstärkte Zusammenarbeit in Corona-Krise

Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrienationen (G7) kündigten an, ihre Zusammenarbeit in der Corona-Krise zu verstärken und ihre Koordination zu verbessern, um auf die gesundheitspolitischen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Krise zu reagieren. Die G7 (USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien, Grossbritannien und Japan) würden tun, was auch immer notwendig sei, um das Vertrauen und das Wachstum der Wirtschaft wiederherzustellen und Arbeitsplätze, Unternehmen und die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems zu schützen, hiess es in der gestern veröffentlichten Erklärung.

Frühindikatoren bestätigen zu erwartenden Wirtschaftscrash

Vorläufigen Umfrageergebnissen des Londoner Marktforschungsinstituts IHS Markit zufolge verzeichnete die amerikanische Wirtschaft im März wegen der Coronavirus-Pandemie den stärksten Einbruch seit August 2009. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Privatwirtschaft, d.h. Dienstleistungs- und Industriesektor zusammengenommen, fiel von 49.6 Zählern im Februar auf 40.5 Punkte zurück. Besonders stark betroffen ist der Dienstleistungssektor, wo der PMI von 49.4 im Vormonat auf 39.1 im März abstürzte. Laut IHS-Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson unterstreichen die neusten Umfrageergebnisse, dass sich die US-Wirtschaft bereits in einer Rezession befindet, die sich auch noch weiter vertiefen wird.

Auch für die Eurozone zeigten die Umfragewerte von IHS Markit, wie stark die Corona-Pandemie auf die Stimmung der Unternehmen schlägt. So brach vor allem der Einkaufsmanagerindex für die Dienstleistungsbranche im Euroraum im März um 24.2 Punkte auf noch 28.4 Zähler ein. Der Rückgang war damit noch deutlicher stärker als von Analysten mit 39.0 Punkten erwartet. Im Industriesektor rutschte der Einkaufsmanagerindex auf 44.8 von 49.2 Punkten auf den niedrigsten Wert seit Juli 2012 ab. Laut Markit-Chefökonom Chris Williamson sind die Geschäftsaktivitäten in der gesamten Eurozone im März in einem Ausmass eingebrochen, wie es selbst auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise nicht zu beobachten war.

In Deutschland fiel der Einkaufsmanagerindex der Dienstleister auf 34.5 Punkte ­ den tiefsten Stand seit Beginn der Umfrageerhebung Mitte 1997. Im Februar notierte der Indikator noch bei 52.5 Zählern. Der beispiellose Einbruch zeige, dass die deutsche Wirtschaft vor einer kräftigen Rezession stehe, kommentierte IHS Markit. Auch der Chef des deutschen Wirtschaftsweisenrates Lars Feld geht wegen der Corona-Krise von einer schweren Rezession im laufenden Jahr aus. Anders als das Münchener Ifo-Institut, dass in einem pessimistischen Szenario einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von bis zu -20% befürchtet, meinte Feld, dass die Annahme eines Rückgangs von mehr als -10% zu pessimistisch sei. Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier betonte, dass das von der Bundesregierung initiierte Hilfspaket über EUR 750 Mrd. erst ein erster Schritt sei. Man dürfe die Perspektive für einen neuen Aufschwung nach der Überwindung der Krise jetzt nicht aus dem Blick verlieren, so Altmaier.

Auch Japans Wirtschaft scheint vor einem weiteren drastischen Einbruch zu stehen. Den neusten Umfrageergebnissen zufolge fiel der Einkaufsmanagerindex für die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt angesichts der globalen Virus-Krise von bereits tiefen 35.8 Punkten im Februar auf noch 11.2 Zähler im März zurück. Damit erreichte der PMI das niedrigste Niveau seit der Tsunami-Katastrophe 2011. Erschwerend für den geplagten Dienstleistungssektor kommt nun auch noch die Verschiebung der Olympischen Spiele hinzu.

Nike zeigt sich trotz Corona-Krise fit

Der amerikanische Sportartikelhersteller Nike konnte im Q3 trotz substanziell geringerer Einnahmen, insbesondere in China wegen der Corona-Krise, die Markterwartungen übertreffen und die Aktie legte nachbörslich um rund +5% zu. Profitieren konnte Nike vor allem auch von einem gesteigerten Online-Geschäft. Im Q3 (per Ende Februar) wies das Unternehmen einen Nettogewinn von USD 847 Mio. aus, was ein Minus von -23% zur Vorjahresperiode bedeutet. Der Gewinn je Aktie betrug 53 Cent (Vorjahr 68 Cent) und lag damit über den von Analysten erwarteten 51 Cent. Der Umsatz legte insgesamt von USD 9.61 Mrd. im Vorjahr auf USD 10.1 Mrd. zu (Konsens USD 9.81 Mrd.).

 

Wirtschaftskalender 25. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 DE Ifo-Geschäftsklimaindex 96.10
10:30 GB Verbraucherpreise (J/J) +1.8%
10:30 GB Kern-Verbraucherpreise (J/J) +1.6%
13:30 US Auftragseingang dauerhafte Güter (M/M) -0.2%
14:00 US FHFA-Häuserpreisindex +0.6%

Unternehmenskalender 25. März

Land Unternehmen Periode
DE E.ON J19

 

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.