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LGT Navigator: Geopolitik rückt wieder verstärkt in den Vordergrund

16. Mai 2022

Nachdem in der letzten Woche die Börsenstimmung von Zins- und Inflationsängsten geprägt war, könnten in den nächsten Tagen vor allem auch die geopolitischen Unsicherheiten wieder verstärkt in den Fokus der Kapitalmärkte rücken. Einerseits beraten sich die G7, um sich gegebenenfalls auf weitere Massnahmen gegen Russland zu einigen, und andererseits könnte sich mit einem Beitritt Finnlands und Schwedens zur NATO die geopolitische Gesamtlage wesentlich verändern.

Geopolitik rückt wieder verstärkt in den Vordergrund

An der Wall Street gelang den Aktienindizes am Freitag nach einer schwachen und äusserst volatilen Handelswoche eine Stabilisierung, respektive eine Erholung von den vorangegangenen Verlusten. Der Dow Jones Industrial beendete die letzte Woche mit einem Tagesgewinn von +1.47% bei 32'196.66 Punkten und verbuchte damit auf Wochensicht ein Minus von gut zwei Prozent. Der S&P 500 schloss +2.39% höher bei 4'023.89 Punkten und an der Nasdaq gingen die Indizes mit starken Tagesgewinnen von rund +3.7% ins Wochenende. Auf Wochensicht blieb aber ein Verlust von fast zweieinhalb Prozent. Im Fokus der Börsen bleibt vor allem der geldpolitische Straffungskurs der US-Notenbank sowie die damit verbundene Angst vor einem Konjunkturabschwung. In den Vordergrund rücken nun aber auch wieder die geopolitischen Spannungen. Für grosses Aufsehen sorgte am Freitag die Ankündigung des Tesla-Chefs Elon Musk, die Übernahmepläne vorerst auszusetzen. Dies, um Klarheit darüber zu erlangen, wie hoch die Anzahl der «toten» Twitter-Accounts ist, also Konten ohne effektive Nutzer. Gemäss Schätzung von Twitter soll diese Anzahl weniger als fünf Prozent ausmachen. Musk versicherte aber, dass er nach wie vor zu seinem Übernahmeangebot stehe und den Kurznachrichtendienst kaufen wolle.

Am Anleihenmarkt kletterte die Rendite zehn Jahre laufender US-Staatsanleihen wieder auf rund 2.94%. Der US-Dollar konnte sich gegenüber dem Euro weiterhin behaupten und drückte die europäische Einheitswährung zeitweise bis auf 1.0350, das tiefste Niveau seit 2017.

Heute wird die EU-Kommission ihre aktualisierten Frühlingsprognosen für die Euro-Wirtschaft präsentieren. Am Mittwoch beginnt dann das offizielle Treffen der G7-Finanzminister und Notenbankchefs unter der deutschen G7-Präsidentschaft. Im Zentrum steht klar der Konflikt mit Russland und die Kriegssituation in der Ukraine.

«Lockdowns» trüben Chinas Wachstumsaussichten und belasten Asiens Börsen

In Asien blieb die Tendenz zu Wochenbeginn uneinheitlich. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund +0.6% höher, während in Hongkong und in Shanghai die Indizes moderat im negativen Bereich handeln. Im Zentrum stehen nach wie vor die wirtschaftlichen Auswirkungen der strikten Beschränkungen durch Chinas Null-Covid-Strategie. Diese bremsen die zweitgrösste Volkswirtschaft immer stärker aus. So fiel die Industrieproduktion im April überraschend kräftig um -2.9% gegenüber dem Vorjahr. Stark rückläufig waren auch die Einzelhandelsumsätze, die im April um rund -11% zum Vorjahr eingebrochen sind. Die Auswirkungen der «Lockdowns» scheinen damit viel breiter und tiefer als erwartet.

US-Konsumentenstimmung fällt auf tiefstes Niveau seit mehr als zehn Jahren

Die Stimmung der Amerikaner hat sich im Mai eingetrübt wie die neusten Umfragewerte der Universität Michigan zeigten. Das viel beachtete Verbrauchervertrauensbarometer gab um 6.1 auf 59.1 Punkte nach und erreichte damit den tiefsten Wert seit 2011. Dabei trübte sich sowohl der Ausblick als auch die Einschätzung der gegenwärtigen Wirtschaftslage ein. Immerhin blieben aber die Inflationserwartungen auf hohem Niveau stabil. So rechnen die befragten Privathaushalte auf Jahressicht mit einer Inflationsrate von +5.4%.

Wirtschaftskalender 16. Mai 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
11:00 EZ Handelsbilanz (März) EUR -7.6 Mrd.
14:30 USA NY Fed Empire State Industrieindex (Mai) +24.6

Unternehmenskalender 17. Mai

Land Unternehmen Periode
DE Daimler Truck Q1 
FR Engie Q1
NL Euronext Q1
GB Vodafone Jahreszahlen
USA Walmart Q1
USA Home Depot Q1
USA Moderna Science & Technology Day

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.