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LGT Navigator: Getragen von Hoffnungen – gedämpft durch Unsicherheiten

8. Oktober 2020

Während die europäischen Aktienmärkte wegen der von US-Präsident Trump aufgeschobenen Gespräche über ein US-Corona-Hilfspaket keinen Grund für weitere Zukäufe fanden, überwog an der Wall Street wieder die Zuversicht, dass es eventuell doch noch zu einer baldigen Einigung auf dem Capitol Hill kommen könnte. Wer beim TV-Duell zwischen US-Vizepräsident Pence und der demokratischen Vize-Kandidatin Harris besser abgeschnitten hat, lässt sich nach ersten Erkenntnissen schwer sagen. Besorgniserregend bleibt, insbesondere in Europa, die Pandemiesituation mit einer drohenden Eskalation der Covid-19-Neuinfektionen.

Getragen von Hoffnungen – gedämpft durch Unsicherheiten

Nach dem jüngsten Kursrutsch konnten sich die Indizes an der New Yorker Börse wieder erholen. Der Dow Jones Industrial schloss fast +2% höher bei 28 303.46 Punkten und der breite S&P 500 ging mit einem Tagesgewinn von +1.71% bei 3 419.45 Zählern aus dem Rennen. Getragen wurde die positive Stimmung von der Hoffnung, dass die Republikaner und Demokraten in Washington es doch noch schaffen könnten, ein weiteres Corona-Konjunkturpaket auf den Weg zu bringen. Hintergrund ist, dass die Administration Trump dennoch Soforthilfe im Umfang von USD 25 Mrd. etwa für angeschlagene Airlines leisten will. Ebenfalls positiv aufgenommen wurde das gestern Abend veröffentlichte Protokoll des Fed-Zinsentscheids im September.

Die asiatischen Börsen tendierten am Donnerstag uneinheitlich. Der MSCI AC Asia Pacific gewann etwa +0.5% und rückte damit den vierten Tag in Folge vor. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei rund +1% im Plus, während in Hong Kong der Hang Seng-Index um rund -0.6% tiefer notierte. Für Europa und die Wall Street signalisieren die Futures einen festeren Handelsstart.

Vize-Duell ohne klaren Sieger, aber Biden weitet Vorsprung in Umfragen aus

Wer beim gestrigen und einzigen Fernsehduell zwischen US-Vizepräsident Mike Pence und der demokratischen Vize-Kandidatin Kamala Harris besser abgeschnitten hat, lässt sich nach ersten Analysen nur schwer feststellen. Im Gegensatz zu der Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden wurde jedoch deutlich sachlicher diskutiert, wobei aber vielfach die Fragen der Moderatorin einfach ignoriert wurden. Laut jüngsten Umfrageergebnissen konnte Biden in einigen umkämpften US-Bundesstaaten seine Führung gegenüber Trump ausweiten.

Fed bekräftigt ihren expansiven Kurs

Das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der amerikanischen Notenbank vom 16. September bekräftigte die längerfristig expansive Ausrichtung der Fed. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) erwarten überwiegend, dass sich an der gegenwärtigen Zinsspanne von null bis 0.25% bis ins Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird. Die Fed betont aber, dass es sich hierbei nicht um eine «bedingungslose Verpflichtung» für einen konkreten Zinspfad handle, sondern die Zinspolitik von der wirtschaftlichen Entwicklung, und aktuell auch von der Pandemiesituation abhänge.

Ifo-Umfrage sieht Konjunkturerholung wegen steigender Corona-Zahlen gefährdet

In einer Umfrage des Münchener Ifo-Instituts unter rund 950 Ökonomen aus 110 Ländern geht hervor, dass eine Mehrheit davon ausgeht, dass die Erholung der Weltwirtschaft sich deutlich abschwächen wird. Vor dem Hintergrund der vielerorts wieder ansteigenden Covid-19-Infektionszahlen müsse im Schnitt mit einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um -4.4% gerechnet werden. Zudem dürfte die Erholung im nächsten Jahr mit +3.2% schleppender verlaufen als bislang angenommen. Als wirksamste wirtschaftspolitische Massnahme nannten die befragten Volkswirte Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen sowie eine Stärkung der Gesundheitssysteme.

US-Technologiekonzerne im Fadenkreuz der Politik

Ein aktueller Untersuchungsbericht des US-Repräsentantenhaus erwägt die Möglichkeit einer Zerschlagung bestimmter dominierender Plattformen, um einen faireren Wettbewerb zu garantieren. Der Bericht kommt zum Schluss, dass Konzerne wie Google, Apple, Amazon oder Facebook zwar der Gesellschaft erhebliche Vorteile gebracht haben, jedoch «ihre Marktmacht missbraucht hätten und sich in die Art von Monopolen verwandelt, wie sie zuletzt in der Ära der Öl-Barone und Eisenbahn-Magnaten beobachtet werden konnte». Diese Machtstellung müsse eingeschränkt und einer angemessenen Aufsicht unterworfen werden, heisst es im Untersuchungsbericht. Grundsätzlich sind sich Demokraten und Republikaner einig, dass die grossen Tech-Konzerne zu viel Macht haben, jedoch plädieren die Republikaner für eine Stärkung der Regulierungsbehörden, während die Demokraten neue Kartellgesetze erlassen wollen.

 

Wirtschaftskalender 8. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Arbeitslosenrate (September) 3.4%
08:00 DE Exporte (August, J/J) +4.7%
08:00 DE Importe (August, J/J) +1.1%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich) +837'000

 

Unternehmenskalender 13. Oktober

Land Unternehmen Periode
USA JPMorgan Chase Q3
USA Citigroup  Q3
USA Johnson & Johnson Q3

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.