Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: Inflationssorgen schüren Goldnachfrage

18. Mai 2021

An den US-Börsen haben die Sorgen vor einem Inflationsanstieg erneut die Oberhand gewonnen und zu Kursverlusten geführt. Anleger suchen Schutz in Gold, was sich in steigenden Preisen des Edelmetalls niederschlägt: Die Feinunze Gold ist so teuer wie zuletzt vor dreieinhalb Monaten. Der Vizechef der US-Notenbank bekräftigt derweil, dass das Fed am expansiven geldpolitischen Kurs festhalten wird.

Goldpreis

Die amerikanischen Börsen sind mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Nachdem die wichtigsten Indizes die Vorwoche noch mit Gewinnen beendet hatten, belasteten die Sorgen um eine steigende Inflation sowie höhere Corona-Fallzahlen in Teilen der Welt das Börsengeschehen. Der S&P 500 büsste -0.3% auf 4'163.29 ein und der Dow Jones verlor -0.2% auf 34'327.79. Der Nasdaq Composite gab -0.4% auf 13'379.05 nach. 

In Asien notieren die Börsen am Dienstag fester. Der Nikkei gewinnt in Tokio +2.3% und trotzt damit den jüngsten Konjunkturdaten. Japans Wirtschaft ist von Januar bis März annualisiert um -5.1% geschrumpft, nachdem sie in den beiden vorhergehenden Quartalen noch gewachsen war. Der Hang Seng in Hong Kong avanciert +1.2% und der Shanghai Composite notiert nahezu unverändert. 

Höhenflug in Gold

Der Goldpreis ist zu Wochenbeginn auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten geklettert. Die Feinunze kostete am Dienstagmorgen USD 1'868.27 und war damit so teuer wie zuletzt Ende Januar. Analysten erklären die Verteuerung des Edelmetalls mit den steigenden Inflationserwartungen in den USA. Die Sorgen vor einer höheren Teuerung haben vergangenen Woche noch einmal Auftrieb erhalten, denn die US-Konsumentenpreise sind im April unerwartet stark gestiegen. Gold wird traditionell als Inflationsschutz eingesetzt.

Da die US-Notenbank wiederholt signalisiert hat, vorerst nicht an der Zinsschraube drehen zu wollen, bleiben die Opportunitätskosten für Investitionen in das gelbe Metall gering. Diese Haltung bekräftigte am Montag Richard Clarida, Chef der Distriktnotenbank Atlanta. Die Konjunkturfortschritte seien noch nicht so gross, dass ein Kurswechsel in der Geldpolitik angezeigt sei, erklärte er an einer Online-Konferenz. Zwar gebe es einen Aufwärtsdruck auf die Preise, doch der dürfte lediglich vorübergehend sein, sagte der Fed-Vize Zudem versicherte er, dass die US-Notenbank die Finanzmärkte vorwarnen werde, sollte sie eine Anpassung des Anleihenkaufprogramms vornehmen.

In den Fokus rückt nun das Protokoll zur letzten Zinssitzung der amerikanischen Währungshüter (Minutes), das am Mittwoch veröffentlicht wird. Investoren erhoffen sich daraus weitere Anhaltspunkte, wie die Notenbank die Inflationsentwicklung einschätzt. 

EU und USA wollen Handelskonflikt beilegen

In den Streit um die Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU in die USA kommt Bewegung. So wollen die beiden Parteien den Konflikt bis Jahresende beilegen. Der Handelsstreit schwelt seit 2018, als der damalige US-Präsident Donald Trump die Einfuhren aus der EU mit Sonderabgaben belegte und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründete. Die EU hatte daraufhin Zölle auf amerikanische Importe erhoben, darunter auf Whiskey und Motorräder. Nun soll die von der EU geplante Verschärfung der Einfuhrzölle per 1. Juni vorerst ausgesetzt werden, um sich stattdessen auf die Beilegung des Konflikts zu konzentrieren.

Industriestimmung in New York verschlechtert sich

Die Stimmung in den Industrieunternehmen im Grossraum New York hat sich im Mai eingetrübt. Der Empire-State-Index, der die Industrieaktivität im Bundesstaat New York misst, ist verglichen zum Vormonat um 2 Punkte auf 24.3 Zähler gefallen, wie die Distriktnotenbank New York mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 23.9 Punkte gerechnet. Zwar hätten sich die Bestellungen und die Lieferungen weiter erholt, hiess es im Bericht. Doch seien die Preise für Rohstoffe und Vorprodukte kräftig gestiegen. Zudem haben sich die Lieferzeiten verlängert. Die Entwicklungen dürften die Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs sein, der weltweit zu einem Anstieg der Produktion führt.

Schweizer Produzentenpreise steigen

Die Produzenten- und Importpreise in der Schweiz sind im April gestiegen und haben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1.8% verteuert, wie das Bundesamt für Statistik meldete. Dies, nachdem die Preise zu Jahresbeginn noch gesunken waren. Für die Verteuerung sind insbesondere die weltweit steigenden Rohstoffpreise verantwortlich. Die Entwicklung könnte auch die Teuerung ankurbeln: Der Produzentenpreisindex gilt als Vorlaufindikator für die Konsumentenpreise, da die Hersteller höhere Kosten normalerweise auf die Verbraucher abwälzen. 

Auch in Italien ziehen die Preise an. So ist die Inflationsrate im April im Vorjahresvergleich um +1% gestiegen, wie das Statistikamt Istat in Rom mitteilte, wobei sich vor allem die Energiepreise verteuert haben. Im März betrug der Anstieg noch +0.6%. 

 

Wirtschaftskalender 18. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
11:00 EZ Bruttoinlandprodukt (Q1, J/J) -1.8%
14:30 USA Baugenehmigungen (April, M/M) +2.3%
14:30 USA Wohnbaubeginne (April, M/M) +19.4%

Unternehmenskalender 18. Mai

Land Unternehmen Periode
IT Generali Q1
FR Engie Q1
GB Vodafone Q1
USA Walmart Q1
USA Home Depot Q1

 

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.