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LGT Navigator: Neuste Daten können Inflationssorgen nicht entschärfen

15. September 2021

Die Aktienindizes profitierten gestern zunächst noch von einem leichten Rückgang der Konsumentenpreisteuerung in den USA. Die Sorge der Investoren vor einem unkontrollierten Überschiessen der Inflation konnten damit aber nicht beseitigt werden und so drehte die Stimmung bis zum Handelsschluss in New York ins Negative. Die Befürchtung einer baldigen Reduktion der konjunkturstützenden Massnahmen der US-Notenbank hält sich. Zudem belasteten schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus China.

Neuste Daten können Inflationssorgen nicht entschärfen

Zwar hat sich in den USA der Anstieg der Verbraucherpreise im August von hohem Niveau aus leicht abgeschwächt, jedoch in einem zu geringen Ausmass, als dass dies die Inflationssorgen hätte beruhigen können. In der Folge gaben die Indizes an der Wall Street nach anfänglichen Gewinnen auf breiter Front nach. Der Dow Jones Industrial sank um -0.84% auf 34'577.57 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit fast zwei Monaten. Der S&P 500 verlor -0.57% und ging bei 4'443.05 Zählern aus dem Tagesgeschäft. An der Tech-Börse Nasdaq gaben die Indizes ebenfalls um rund -0.4% nach.

Dieser Trend setzte sich auch heute Morgen in Asien grösstenteils fort. Eine Reihe von Daten aus China zeigte, dass die Unternehmen mit den Auswirkungen lokaler Schliessungen nach erneuten sporadischen Covid-19-Ausbrüchen, Versorgungsengpässen und hohen Rohstoffkosten zu kämpfen haben. Die chinesischen Einzelhandelsumsätze nahmen zwar zu, aber so langsam wie seit August 2020 nicht mehr und blieben hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Auch die Industrieproduktion stieg schwächer als im Juli, was die jüngsten Anzeichen einer nachlassenden Wirtschaftsdynamik in China unterstreicht und die Erwartung verstärkt, dass Peking in den kommenden Monaten weitere Konjunkturmassnahmen ergreifen wird

Keine echten Impulse konnten auch die Aktien von Apple setzen, die ebenfalls schwächer aus dem Handel gingen. Anlässlich der Präsentation der Produktneuheiten wurde das neue iPhone 13 mit verbesserten Features vorgestellt, was jedoch erwartet worden war. Auch die Ankündigung von Microsoft mehr Geld an seine Aktionäre zurückzugeben, konnte die Stimmung auf dem Parkett nicht drehen. Der Softwarekonzern erhöhte seine Quartalsdividende um +11% auf 62 Cent je Aktie und kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von USD 60 Mrd. an.

Minimaler Rückgang der Inflationsrate in den USA

Die offizielle Teuerung der Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten hat im August leicht nachgegeben. Auf Jahressicht fiel die Inflationsrate von +5.4% im Juli marginal auf +5.3% zurück. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich das Preisniveau um +0.3%. In der Betrachtung der Kernrate, welche die vielfach schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert, stiegen die Konsumentenpreise im August im Jahresvergleich um +4.0% (Juli +4.3%). Analysten hatten im Schnitt mit einer Kerninflationsrate von +4.2% gerechnet. Die US-Notenbank (Fed) geht nach wie vor davon aus, dass sich der Preisauftrieb in den nächsten Monaten wieder abschwächen wird. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell äusserte sich zuletzt zuversichtlich, dass der Inflationsdruck hauptsächlich auf eine relativ eng gefasste Zahl von Waren und Dienstleistungen begrenzt ist, die direkt durch die Auswirkungen der Pandemie und der Wiedereröffnung der Wirtschaft getrieben wurden.

Inflation in Spanien zieht weiter an

Die Verbraucherpreise in Spanien sind im August, getrieben von höheren Strom- und Transportkosten, um +3.3% auf Jahressicht gestiegen. Damit hat sich der Preisdruck gegenüber dem Vormonat, als eine Teuerungsrate von +2.9% ermittelt wurde, weiter erhöht. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um +0.4%.

OECD-Frühindikator deutet auf eine Abschwächung der Konjunkturerholung hin

Der Frühindikator der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) soll frühe Anzeichen für konjunkturelle Wenden feststellen. Dabei sollen Wendepunkte relativ zum Trend sechs bis neun Monate vor der Änderung antizipiert werden. Im August stieg der Frühindikator für den gesamten OECD-Raum nun um 0.08 Prozentpunkte auf 101.0 Punkte, womit sich aber der in den letzten Monaten signalisierte Erholungstrend verlangsamt hat. Den stärksten Anstieg verzeichneten der Euroraum und China, während der Indikator für die USA beispielsweise stagnierte.

 

Wirtschaftskalender 15. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Verbraucherpreise (August, J/J) +2.0%
08:00 GB Kern-Verbraucherpreise (August, J/J) +1.9%
08:00 GB Erzeugerpreise (August, J/J) +3.9%
08:45 FR Verbraucherpreise (August, J/J) +2.4%
10:00 IT Verbrauchrepreise (August, J/J) +2.6%
11:00 EZ Industrieproduktion (Juli, M/M) -0.3%
14:30 USA Importpreisindex (August, M/M) +0.3%
14:30 USA NY Fed Empire State-Industrieindex (September) +18.3
15:15 USA Industrieproduktion (August, M/M) +0.9%

 

Unternehmenskalender 15. September

Land Unternehmen Periode
SP Inditex H1
SWE H&M Q3

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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