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LGT Navigator: Steigende Corona-Infektionszahlen in Europa sorgen für Unsicherheit

16. Oktober 2020

Die schnelle Ausbreitung des Coronavirus in Europa belastet die Börsen weltweit. Zahlreiche Regierungen haben die Schutzmassnahmen inzwischen wieder verschärft. In den USA stagniert die Erholung des Arbeitsmarktes kurz vor den Präsidentschaftswahlen. 

Eiffel tower closed due to the corona pandemic

In Asien handeln die Börsen am letzten Handelstag der Woche uneinheitlich. In Tokio verliert der Nikkei 0.4% und der Shanghai Composite notiert leicht im Minus. In Hongkong gewinnt der Hang Seng dagegen 0.9%. Am Vortag haben die Börsen in den USA und in Europa teilweise deutlich im Minus geschlossen. Das starke Wachstum der Corona-Neuinfektionen in Europa haben auf die Stimmung gedrückt, aber auch der Stillstand in den Verhandlungen um ein neues Hilfspaket im US-Kongress belasteten die Märkte. Der S&P 500 konnte die anfänglichen Verluste etwas eindämmen und schloss schliesslich 0.2% tiefer. Der Technologieindex Nasdaq Composite büsste 0.5% ein.

Der Umgang mit dem Coronavirus war auch Thema bei den Fragestunden, denen sich US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden bei unterschiedlichen Fernsehsendern stellten. Eigentlich hätten die beiden Konkurrenten in einem TV-Duell aufeinandertreffen sollen. Diese Debatte wurde abgesagt, nachdem Trump am Virus erkrankte.

Infektionswelle in Europa

Die rasche Ausbreitung des Coronavirus hat zahlreiche europäische Regierungen gezwungen, die Schutzmassnahmen im Kampf gegen die Pandemie wieder zu verstärken. So hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erneut den Gesundheitsnotstand verhängt und nächtliche Ausgangssperren für Paris und weitere Städte angekündigt. In Deutschland werden die Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben ebenfalls verschärft, nachdem die Fallzahlen einen neuen Rekord erreicht haben. Auch in der Schweiz liegt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen über den Höchstwerten vom Frühling. 

Die Zuspitzung der Situation hat auch an den Aktienmärkten für Verunsicherung gesorgt. Der Schweizer Leitindex SMI hat am Donnerstag 2.2% eingebüsst und damit das schlechteste Tagesergebnis seit Juni verzeichnet. Nicht viel besser sah es an den Börsen in Frankfurt, London und Paris aus, wo die Indizes bis Handelsschluss -2.5%, -1.7% und -2.1% verloren haben. 

Am Donnerstag hat sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde zu Wort gemeldet und erklärt, die Zentralbank stehe bereit, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. «Uns stehen zahlreiche Instrumente zur Verfügung, von den Leitzinsen über die Forward Guidance bis zu Wertschriftenkaufprogrammen – wir stehen bereit», sagte sie. 

Mehr Arbeitslosenanträge in den USA

Die Erholung des US-Arbeitsmarkts verliert kurz vor den Präsidentschaftswahlen an Schwung. Im Wochenverlauf haben 898 000 Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenunterstützung gestellt, das sind 53 000 mehr als in der Vorwoche, teilte das Arbeitsministerium mit. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 825 000 gerechnet. Nachdem die wöchentlichen Anträge im April einen Rekordwert von fast 7 Millionen erreichten, sind sie in den darauffolgenden Wochen stetig gesunken. Doch seit Anfang September sinken die Zahlen kaum mehr und verharren auf 800 000 bis 900 000 – das sind deutlich mehr, als vor Ausbruch der Pandemie (ca. 200 000). 

Das Geschäftsklima in der Region Philadelphia hat sich dagegen unerwartet verbessert. Der Philly-Fed-Index ist im Oktober auf 32.3 Punkte geklettert, nach 15 Punkten im Vormonat. Damit notiert das Barometer auf dem höchsten Stand seit Februar, wobei ein Wert über null ein Wachstum der Wirtschaftsaktivität signalisiert. Im April, als die Pandemie die amerikanische Wirtschaft fest im Griff hatte, fiel der Index auf -56.6 Punkte

Stellenabbau in der deutschen Industrie

In der deutschen Industrie sind so viele Stellen weggefallen wie seit über zehn Jahren nicht mehr. So waren Ende August 5.5 Millionen Menschen im Industriesektor beschäftigt, das sind 3.1% weniger als in der Vorjahresperiode. Einen grösseren Rückgang gab es zuletzt im Mai 2010, als das verarbeitende Gewerbe mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen hatte. Diesmal ist die Coronakrise die Ursache für den Stellenabbau: Wegen der weltweit sinkenden Nachfrage schrumpft der Personalbedarf von exportorientierten Unternehmen.

Chinesische Zentralbank hält an lockerer Geldpolitik fest

Chinas Zentralbank stellt sicher, dass das Finanzsystem weiterhin über genügend Liquidität verfügt. Dazu versorgt sie die Geschäftsbanken mit 500 Mrd. Yuan, die sie in Form von einjährigen Krediten zur Verfügung stellt. Weitere 50 Mrd. Yuan stellen die Währungshüter als Kredite mit einwöchiger Laufzeit bereit. Da diese Woche Notenbankkredite im Umfang von 200 Mrd. Yuan fällig werden, wird ein Teil der Liquidität wieder abgezogen. Die Leitzinsen bleiben unverändert. Nachdem die chinesische Wirtschaft hart von der Coronakrise getroffen wurde, deutet sich nun eine Konjunkturerholung an.

 

 

Wirtschaftskalender 16. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
11:00 EZ Verbraucherpreisindex (September, J/J) -0.3%
14:30 USA Einzelhandelsumsatz (September, M/M) 0.6%
15:15 USA Industrieproduktion (September, M/M) 0.4%
16:00 USA Verbrauchervertrauen (Oktober) 80.4

 

Unternehmenskalender 16. Oktober

Land Unternehmen Periode
USA Morgan Stanley Q3
USA Walgreens Boots Alliance Q3

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Tina Haldner, +41 44 250 78 72, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.