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LGT Navigator: Tritt auf die Bremse

4. September 2020

An der New Yorker Börse wurde die von den Technologieaktien getriebene Rekordserie vorerst durch breite Gewinnmitnahmen ausgebremst. In Asien folgten die meisten Aktienindizes den Vorgaben aus den USA und verbuchen zum Wochenschluss Tagesverluste im Bereich von eins bis zwei Prozent. Mit Spannung erwarten die Kapitalmärkte nun die neusten Arbeitsmarktdaten aus den USA.

Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten

Die Rekordserie der Technologiewerte wurde gestern vorerst gestoppt. Der Nasdaq 100 schloss -5.23% tiefer bei 11 771.36 Punkten. Anleger dürften nach den massiven Kursgewinnen die Nachhaltigkeit der hohen Bewertungen einiger Tech-Werte in Frage stellen. Der marktbreite S&P 500 folgte mit einem Tagesverlust von -3.51% auf 3455.06 Zähler und der Dow Jones Industrial gab um -2.78% auf 28 292.73 Punkte nach. Hintergrund waren vor allem Gewinnmitnahmen nach den teilweise spektakulären Kursgewinnen einiger Technologieaktien, wie beispielsweise Facebook, Amazon, Apple oder Google. Die Asienbörsen folgten grösstenteils den negativen Vorgaben von der Wall Street. Allerdings fielen die Verluste nicht so stark aus wie in den USA. Der breite MSCI Asia Pacific Index verlor rund -1.4%.

Liefert die US-Arbeitsmarktstatistik neue Impulse?

Einmal mehr steht heute Nachmittag der monatliche US-Arbeitsmarktbericht aus Washington. Analysten prognostizieren im Konsens eine Zunahme der Beschäftigung (ohne Agrarsektor) von 1.35 Mio. im August. Die gestern veröffentlichten Zahlen zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung lassen auf eine anhaltende, wenn auch mühsame Erholung hoffen. In der Woche bis zum 29. August stellten demzufolge 881 000 Amerikaner einen Antrag, während es in der Vorwoche noch 1.011 Mio. waren. Damit geht die Zahl der Arbeitslosenanträge kontinuierlich zurück und der niedrigste Wert seit Mitte März notiert. Die Situation am Arbeitsmarkt bleibt angesichts der vielerorts steigenden Covid-19-Neuinfektionen aber angespannt.

Amerikanischer Dienstleistungssektor bleibt auf Erholungskurs

Die Umfragewerte des Institute for Supply Management, dem Branchenverband der Einkaufsmanager in den USA, deutete an, dass die gelungene Erholung nach dem Corona-Schock etwas ins Stocken gerät. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungsbereich gab im August von 58.1 Punkten im Vormonat auf 56.9 Zähler nach, bleibt damit aber nach wie vor solide über der 50er-Marke und signalisiert weiterhin ein Wachstum im Sektor. Analysten hatten mit einem moderateren Rückgang auf 57.0 Punkte gerechnet. Schwächer zeigte sich insbesondere die Anzahl Neuaufträge. Der gleichzeitig publizierte Einkaufsmanagerindex des Londoner Forschungsinstituts IHS Markit verbesserte sich hingegen von 50.0 auf 55.0 Punkte (Konsens 54.7). Besser präsentierte sich dadurch auch der für die gesamte Privatwirtschaft berechnete PMI Composite der von 50.3 auf 54.6 Zähler stieg. Das Wachstum im Dienstleistungssektor und das verbesserte Bild in der Industrie deuteten auf eine beeindruckende Erholung der Wirtschaft im dritten Quartal hin, kommentierte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Frankreich plant EUR 100 Mrd. Corona-Paket

Die französische Regierung will die Wirtschaft mit EUR 100 Mrd. oder vier Prozent des BIPs aus der Corona-Krise führen. Durch das Konjunkturprogramm sollen u.a. im nächsten Jahr mindestens 160 000 neue Jobs geschaffen werden und umweltfreundliche Energien gefördert werden, meinte Frankreichs Ministerpräsident Jean Castex. Der Pandemie-bedingte Lockdown hatte die zweitgrösste Volkswirtschaft in der Eurozone hart getroffen und das Bruttoinlandsprodukt brach im zweiten Quartal um knapp -14% gegenüber dem Vorquartal ein.

Schwächere Erholungsdynamik in der Eurozone

In der Eurozone scheint die Erholung, angesichts wieder steigender Corona-Infektionen in vielen Euroländern, teilweise an Schwung zu verlieren. Darauf lassen die zusammengefassten Einkaufsmanagerumfragewerte von IHS Markit schliessen. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungs- und Industriesektor (PMI Composite) fiel im August stärker als von Ökonomen erwartet von 54.9 Punkten im Juli auf 51.9 Zähler zurück. Weniger optimistisch wird die Konjunkturlage vor allem von den Dienstleistern im Euroraum beurteilt. Der entsprechende Indikator gab im August auf 50.5 von 54.7 Punkten nach. Insbesondere in Italien scheint sich die Erholung deutlich verlangsamt zu haben. Der PMI Composite fiel von 52.5 im Juli auf 49.5 Punkte zurück. In den verbrauchernahen Branchen habe der erste Aufwärtsschub nach dem Ende des «Lockdowns» bereits wieder etwas nachgelassen, kommentierte IHS Markit. Im Industriesektor blieb die Stimmung der befragten Unternehmen im August praktisch unverändert gegenüber dem Vormonat und der PMI signalisierte mit 51.7 Punkten ein anhaltendes Wachstum des Sektors.

 

 

Wirtschaftskalender 4. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Auftragseingang Industrie (Juli, J/J) -11.3%
14:30 USA Arbeitslosenrate (August) 10.2%
14:30 USA Beschäftigung (ex-Agrar, August) +1.763 Mio.

 

Unternehmenskalender 13. September  

Land Unternehmen Periode
USA Oracle Q1

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.