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LGT Navigator: Unklare wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise verunsichern Börsen

14. Februar 2020

Ein schneller als bisher erwarteter Anstieg der Neuerkrankungen und Todesfälle durch das «COVID-19» Virus bremste die jüngste Rally an den Aktienbörsen abrupt aus. Schwer abzuschätzen bleibt vor allem die zu erwartenden negativen Auswirkungen auf die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft und in der Folge auf die Weltwirtschaft. Die asiatischen Börsen fanden am letzten Handelstag der Woche keine einheitliche Tendenz und Futures signalisieren für Europas Aktienmärkte einen Handelsstart minimal über den Vortagesniveaus.

Unklare wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise

Der vor allem auch auf genauere Messmethoden zurückzuführende rapide Anstieg der Anzahl mit dem Coronavirus Infizierten und verursachten Todesfälle verschreckte die Anleger und sorgt für eine anhaltende Verunsicherung. Unklar bleibt auch, wie gross der wirtschaftliche Schaden insbesondere für China, aber auch für die Weltwirtschaft, ausfällt. Immer mehr Unternehmen weisen im Zuge der laufenden Berichtssaison auf noch nicht absehbare Folgen der Coronavirus-Krise hin.

Die Coronavirus-Epidemie setzt auch dem ohnehin durch den Handelskonflikt geschwächten chinesischen Automarkt zu. So gingen zu Jahresbeginn die Verkäufe von Neuwagen gemäss dem Branchenverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel auf 1.61 Mio. Fahrzeuge zurück – der stärkste Einbruch seit Januar 2012. CAAM geht nun davon aus, dass die Autoproduktion im laufenden Jahr um eine Million Fahrzeuge geringer als 2019 ausfallen dürfte. Im letzten Jahr wurden in der Volksrepublik rund 21 Mio. PKWs verkauft.

Inflation in den USA klettert auf höchstes Niveau seit Herbst 2018

In den Vereinigten Staaten stiegen die Lebenshaltungskosten im Januar verglichen zur Vorjahresperiode kräftiger als von Ökonomen prognostiziert auf +2.5% von +2.3% im Dezember. Damit erreichte die Teuerungsrate den höchsten Wert seit Oktober 2018. Im Schnitt war mit einem Anstieg auf +2.4% gerechnet worden. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise um +0.1% aber etwas schwächer als erwartet. Die Kerninflationsrate, d.h. ohne die vielfach schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise, betrug im Januar auf Jahressicht +2.3%. Bisher löste die Inflationsentwicklung bei der US-Notenbank (Fed) keinen Handlungsbedarf aus, da auch die geopolitischen Risiken wie der Handelskonflikt oder aktuell die Coronavirus-Krise eine von der Fed höher gewichtete Gefahr für die US-Wirtschaft darstellen.

Auch in Deutschland verstärkte sich die Teuerung zu Jahresbeginn

In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise im Januar im Jahresvergleich um +1.7%, womit die Teuerung den höchsten Stand seit einem halben Jahr erreichte. Hintergrund waren auf Jahressicht höhere Energiepreise. Im Dezember und November betrug die Jahresinflationsrate noch +1.5%, respektive lediglich +1.1%. Mehr bezahlen mussten Konsumenten insbesondere für Kraftstoffe (+5.2%) und Strom (+3.9%) sowie Nahrungsmittel (+2.3%), vor allem Fleisch (+6.2%) oder auch Obst (+6%).

Renault kürzt Dividende

Der französische Autohersteller Renault kürzt seine Dividende für 2019 um mehr als zwei Drittel auf EUR 1.10 je Aktie nachdem der operative Gewinn im letzten Jahr um -30% auf EUR 2.11 Mrd. einbrach und damit den Marktkonsens von EUR 2.65 Mrd. klar verfehlt. Der Umsatz lag mit EUR 55.5 Mrd. hingegen im Rahmen der Erwartungen. Die operative Marge betrug auf Gruppenebene 4.8%. Im Ausblick geht Renault von einem Umsatz auf Niveau des Vorjahres aus (ohne Berücksichtigung von Währungseffekten) und einer operativen Marge von 3-4%'.

Tesla besorgt sich frisches Geld

Der amerikanische Hersteller von Elektroautos Tesla nutzt die derzeit positive Beurteilung der Anleger und das Rally der Tesla-Aktie für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Obwohl Tesla-Chef Elon Musk vor kurzem, aus Angst vor einer Verwässerung des Aktienpreises, noch die Ausgabe neuer Aktien ausgeschlossen hatte, will das Unternehmen USD 2 Mrd. aufnehmen. Nach der Ankündigung der Kapitalerhöhung gaben die Anteilsscheine um rund -5% nach. Seit Jahresbeginn waren die Aktien von etwa USD 420 auf über USD 900 gestiegen. Angesichts des angepeilten Wachstums und dem Ausbau der Produktionskapazitäten ist Tesla auf frisches Geld angewiesen.

 

Wirtschaftskalender 14. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE BIP Q4 (Q/Q) +0.1%
09:00 SP Verbraucherpreise (J/J)) +1.1%
11:00 EZ BIP Q4 (Q/Q) +0.1%
11:00 EZ Handelsbilanz +EUR19.2 Mrd.
14:30 USA Detailhandelsumsätze (M/M) +0.3%
14:30 USA Importpreise (J/J) +0.5%
15:15 USA Industrieproduktion (M/M) -0.3%
16:00 USA Michigan Konsumentenvertrauen 99.8

Unternehmenskalender 14. Februar

Land Unternehmen Periode
CH Schindler J19
FR Renault J19
GB AstraZeneca J19

 

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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