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LGT Navigator: Unsicherheitsfaktoren erhöhen den Druck auf die Börsen

27. Juli 2020

Die wieder neu aufgeflammten Spannungen zwischen den USA und China trüben die Anlegerstimmung und drücken auf die Börsenkurse. Zudem verstärkt sich die Angst vor einer zweiten Pandemiewelle und einer weiteren Eskalation der Krise in den USA und Brasilien. Im Fokus der Investoren stehen auch in dieser Woche eine Reihe von Unternehmensergebnissen. 

Unsicherheitsfaktoren setzen Börsen unter Druck

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China sowie ein Kursrutsch der Intel-Aktie sorgten an der Wall Street am Freitag für erhöhte Nervosität. Die Aktien des Halbleiterherstellers brachen zeitweise um mehr als -18% ein, nachdem Intel die Einführung einer neuen Chip-Generation um weitere sechs Monate verschoben hat. Analysten befürchten, dass der Konzern gegenüber der Konkurrenz in technologischen Rückstand gerät. Der Technologiebörsenindex Nasdaq 100 schloss knapp -1% tiefer bei 10 483.13 Punkten. Der breite S&P 500-Index verlor -0.62% und beendete die Woche bei 3 215.63 Zählern. Der Dow Jones Industrial ging mit einem Minus von -0.68% bei 26 469.89 Punkten aus dem Tagesgeschäft. Auf Wochensicht notierte der Leitindex ein Minus von -0.76%. Die Börse in Tokio zeigte sich zu Wochenbeginn leicht schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert bei 22 729.43 Punkten, ein Minus von -0.10%. Während der US-Doller seine Verluste ausweitete und auf den tiefsten Stand seit März 2019 zurückfiel, erreichte der Goldpreis ein Rekordhoch von USD 1 943.

In dieser Woche steht neben dem Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) am Mittwochabend erneut eine Vielzahl von Unternehmensergebnisse im Fokus der Anleger. Darunter sind Schwergewichte wie Pfizer und Kerning (Dienstag), Sanofi und BASF (Mittwoch) oder Apple, Credit Suisse, Nestlé oder Volkswagen (Donnerstag) sowie Merck & Co und BNP (Freitag), um nur einige zu nennen.

Einkaufsmanagerindizes signalisieren rasche Erholung der US-Wirtschaft...

Der von der Londoner Marktforschungsfirma IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Produktion in der amerikanischen Privatwirtschaft, d.h. Industrie und Dienstleister zusammen, verbesserte sich im Juli von 47.9 Punkten im Vormonat auf 50.0 Zähler, womit das Barometer erstmals nach dem Corona-Schock wieder die Wachstumsmarke erreichte. Der PMI für die US-Industrie kletterte von 49.8 auf 51.3 Punkte und der PMI für den Dienstleistungssektor stieg von 47.9 auf 49.6 Zähler.

...während Ökonomen von einer langwierigen Erholung ausgehen

In einer aktuellen Umfrage (vom 13 bis 22. Juli) der Nachrichtenagentur Reuters geht eine Zweidrittelmehrheit der rund 60 befragten Ökonomen jedoch davon aus, dass die US-Wirtschaft mindestens zwei Jahre benötigen wird, um das Niveau vor der Corona-Krise wiederzuerlangen. Die übrigen Volkswirte rechnen mit einer Erholungsdauer von ein bis zwei Jahren. Die meisten Ökonomen gehen nach einem historischen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um durchschnittlich -33.8% von einer Erholung bereits im dritten Quartal um +17.8% aus.

Fed weitet ihre Krisenhilfe aus

Die US-Notenbank (Fed) hat Ende letzter Woche angekündigt, ihre im Zuge der Corona-Krise aufgelegten Kreditprogramme «Term Asset-Backed Securities Loan Facility» (TALF), «Commercial Paper Funding Facility» (CPFF) und «Secondary Market Corporate Credit Facility» (SMCCF) weiter auszuweiten. Konkret sollen die Kreditfazilitäten nun auch Brokern zur Verfügung gestellt werden. Bisher waren sie den Primärhändlern vorbehalten. Diese Finanzinstitute hatten aufgrund der relativ schnellen Erholung an den Finanzmärkten jedoch wenig Gebrauch von den zusätzlichen Krediten gemacht.

Frühindikatoren bekräftigen Hoffnung auf Konjunkturerholung in der Eurozone

Im Euroraum hat sich die Stimmung der Unternehmen im Juli weiter aufgehellt. Darauf deutete der vom Londoner Marktforschungsinstitut IHS Markit regelmässig veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (PMI). Das Barometer kletterte demzufolge von 48.5 Punkten im Vormonat auf 54.8 Zähler und signalisiert mit einem Wert von über 50 Punkten gar wieder einen Wachstumstrend. Den Umfrageergebnissen zufolge verbesserte sich die Stimmung im Juli sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor. Der PMI für die deutsche Wirtschaft legte einen fulminanten Sprung von 47.0 auf 55.5 Punkte hin. Nach Einschätzung von IHS Markit-Chefökonom Chris Williamson komme die Euro-Wirtschaft, nach dem Corona-Kollaps im zweiten Quartal, wieder in Schwung. Die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie, eine höhere Arbeitslosigkeit sowie die in Mitleidenschaft gezogenen Unternehmen könnten die Erholung jedoch bremsen.

Auch Grossbritanniens Wirtschaft scheint sich schneller als erwartet vom Corona-Schock zu erholen. So stieg der Einkaufsmanagerindex für den von der Pandemie massiv in Mitleidenschaft gezogenen Dienstleistungsbereich von 47.1 auf 56.6 Punkte. Der Industrie-PMI erholte sich im Juli von 50.1 auf 53.6 Zähler.

Russlands Zentralbank mit neuerlicher Leitzinssenkung

Die russische Notenbank hat angesichts der Corona-Krise ihren Schlüsselzins erneut um einen Viertel Prozentpunkt auf 4.25% gelockert. Analysten hatten eine kräftigere Senkung um 50 Basispunkte vorausgesagt. Es handelt sich um die vierte Zinssenkung im laufenden Jahr. Die Zentralbank prognostiziert einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 4.5-5.5% in diesem Jahr.

Wirtschaftskalender 27. Juli

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 DE Ifo-Geschäftsklimaindex 86.2

Unternehmenskalender 27. Juli

Land Unternehmen Periode
DE SAP Q2
USA McDonald's Q2

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 83 48, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.