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LGT Navigator: Verschärfte geopolitische Spannungen

8. Januar 2020

An den Kapitalmärkten beobachten die Anleger weiterhin gespannt die Entwicklung im Konflikt zwischen den USA und Iran. Eine weitere Eskalation würde die geopolitischen Spannungen verschärfen und Investoren verstärkt in sichere Häfen wie Gold treiben. Im Fokus bleibt hierbei insbesondere auch die Ölpreisentwicklung.

Verschärfte geopolitische Spannungen

Als Vergeltung für die Tötung von General Soleimani hat der Iran letzte Nacht im Irak stationierte US-Truppen mit rund 15 ballistischen Raketen angegriffen. Berichte über Opfer oder Schäden gab es bisher noch nicht. Die Raketenangriffe auf Ziele im Irak seien nur der erste Schritt gewesen, hiess es aus Teheran. Mögliche weitere Aktionen seitens des Irans dürften die Angst vor einem Flächenbrand in Nahost schüren. Die US-Regierung hatte zuvor auch vor iranischen Vergeltungsangriffen auf Handelsschiffe auf den für die globale Energieversorgung wichtigen Wasserstrasse von Hormus gewarnt. Bereits im letzten Sommer kam es in der Strasse von Hormus zu mehreren Angriffen auf Öltanker. Zuvor hatte das staatliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei sowie Irans Aussenminister den Amerikanern mit Rache gedroht. Teheran prüfe mehrere Vergeltungsszenarien gegen die USA. In Asien verbuchten die Aktienmärkte durchs Band Verluste. In Tokio fiel der japanische Leitindex Nikkei im Handelsverlauf um mehr als -1.5%. Im Gegenzug stiegen die Ölpreisnotierungen und der Goldpreis kletterte auf über USD 1'600 je Feinunze.

Dienstleistungssektor bleibt tragende Stütze der US-Wirtschaft

In der US-Dienstleistungsbranche hat sich das Wachstum zum Jahresende kräftiger als erwartet beschleunigt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) verbesserte sich dabei von 53.9 Punkten im Vormonat auf aktuell 55.0 Zähler. Analysten hatten einen Anstieg auf 54.3 vorausgesagt. Der Dienstleistungssektor bleibt damit im Gegensatz zum darbenden Industriebereich (ISM-PMI 47.2) eine tragende Stütze der weltgrössten Volkswirtschaft.

US-Handelsdefizit sinkt auf Dreijahrestief

Das Defizit in der Handelsbilanz der USA ist im November stärker als erwartet um rund -8% gesunken und erreichte den niedrigsten Stand seit Oktober 2016. Der Passivsaldo ging von USD 46.94 Mrd. im Oktober auf USD 43.6 Mrd. im November zurück. Die amerikanischen Exporte legten im Vergleich zum Vormonat um +0.7% auf USD 208.63 Mrd. zu während die Importe um -1% auf USD 251.72 Mrd. zurückgingen. Das Defizit im Handel mit China brach im November vor dem Hintergrund des Handelskonflikts um fast -16% auf USD 26.4 Mrd. ein und auch mit der EU sank das Handelsbilanzdefizit um rund -20% auf USD 13.1 Mrd. Der Rückgang des Defizits wird jedoch die Forderungen der Regierung Trump nach ausgeglicheneren Handelsbeziehungen kaum beschwichtigen.

Leicht höhere Inflation in der Eurozone

Die Lebenshaltungskosten im Euroraum haben sich zum Jahresende 2019 spürbar erhöht. Im Jahresvergleich belief sich die Teuerungsrate der Verbraucherpreise im Dezember +1.3% verglichen mit +1.0% im Monat zuvor. Damit stiegen die Konsumentenpreise so stark wie seit April 2019 nicht mehr. Am deutlichsten waren die Preisanstiege bei Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+2%). Auf Monatssicht erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um +0.3%. Ohne Berücksichtigung der vielfach volatilen Energie- und Lebensmittelpreise betrug die Teuerungsrate ebenfalls +1.3%. Damit bleibt die Inflation in der Eurozone weiterhin klar unter der von der EZB mittelfristig angepeilten Marke von knapp zwei Prozent.

Sozialist Pedro Sanchez neuer Ministerpräsident Spaniens

Nach einer längeren politischen Blockade wurde gestern Pedro Sanchez im Parlament zum neuen Ministerpräsidenten Spaniens gewählt. Der Sozialist sicherte sich äusserst knapp die dafür nötige einfache Mehrheit mit 167 gegen 165 Stimmen. Erstmals in der jüngeren Geschichte Spaniens wird es nun zu einer Koalitionsregierung mit der Linkspartei Unidas Podemos und kleineren Regionalparteien kommen. Im Wahlkampf hatten vor allem die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens eine zentrale Rolle gespielt. Sanchez und seine Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) stehen für eine moderatere Gangart diesbezüglich. Ohne solide Mehrheit im Parlament dürfte es der neuen Regierung aber schwerfallen, ihre Agenda, wie Steuererhöhungen für Reiche und Unternehmen sowie eine Umkehr der von den Konservativen implementierten Arbeitsmarktreformen, durchzusetzen. Anleger hoffen vorerst, dass die Wahl die politische Lage in Spanien wieder beruhigen wird.

 

Wirtschaftskalender 8. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Auftragseingang Industrie (J/J) -5.5%
08:45 FR Konsumentenstimmung 106.0
11:00 EZ Wirtschaftsstimmungsindex 101.3
11:00 EZ Geschäftsklimaindex -0.23
11:00 EZ Konsumentenstimmung -8.1
14:15 US ADP-Beschäftigungswachstum 67'000

Unternehmenskalender 9. Januar

Land Unternehmen Periode
US Duke Energy Q4

 

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.