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LGT Navigator: Wachstumssorgen belasten Wall Street

3. August 2021

Enttäuschende Konjunkturdaten haben den amerikanischen Aktienmärkten am ersten Handelstag im August Verluste beschert. So hat sich die Industrieaktivität in den USA und in China überraschend abgekühlt. Das setzt auch die Ölpreise unter Druck. Die knappe Verfügbarkeit von Rohstoffen bremst derweil die deutsche Industrieproduktion.

Aktien

Die amerikanischen Aktienmärkte sind verhalten in den August gestartet und haben anfängliche Gewinne im Handelsverlauf wieder preisgegeben. So sorgen starke Unternehmensergebnisse einerseits für gute Stimmung, doch gleichzeitig schürt die weltweite Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus Unsicherheit. 

Der S&P 500 hat schliesslich -0.2% (Schlusskurs: 4387.16 Punkte) verloren und der Dow Jones büsste -0.3% (Schlusskurs: 34'838.16 Punkte) ein. Der Nasdaq Composite verzeichnete ein leichtes Plus von +0.06% (Schlusskurs: 14’681.07 Punkte). Die Berichtssaison schreitet derweil voran: Rund 60% der S&P-500-Unternehmen haben bislang ihre Quartalszahlen präsentiert, davon haben 88% die Gewinnerwartungen übertroffen. Das liegt deutlich über dem fünfjährigen Durchschnitt von 75%.

Unter Druck geraten sind am Montag zudem die Ölpreise, nachdem Konjunkturdaten aus den USA und China zum Wochenauftakt enttäuschend ausgefallen sind. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Montag noch USD 73.23 und war damit knapp -3% billiger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel -3.3% auf USD 71.48. Sollte sich die globale Wirtschaft abkühlen, könnte das die Nachfrage nach Öl verringern.

Die asiatischen Börsen notieren am Dienstag erneut mit Verlusten. In Tokio verliert der Nikkei -0.7% und der Hang Seng in Hongkong büsst -0.2% ein. Der Shanghai Composite gibt ebenfalls -0.2% nach. Zu den grössten Verlierern zählen einmal mehr Technologietitel, darunter die Papiere des chinesischen Streamingdienstes Tencent, die mehr als -7% verlieren. Zuvor haben staatsnahe chinesische Medien Online-Glücksspiele als Opium bezeichnet und Bedenken darüber geäussert, dass Jugendliche zu viel Zeit mit Online-Gaming verbringen.

Industrieaktivität in den USA schwächt sich ab

Die Stimmung in der amerikanischen Industrie hat sich im Juli überraschend verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex ISM ist im Vergleich zum Vormonat um -1.1 auf 59.5 Punkte gefallen, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg auf 61 Punkte gerechnet. Trotz des Rückgangs liegt der Index, der als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die US-Konjunktur gilt, weiterhin auf hohem Niveau und signalisiert eine Ausweitung der Wirtschaftsaktivität. Auch die Bauausgaben haben sich enttäuschend entwickelt. Zwar haben sie im Juni gegenüber dem Vormonat um +0.1% zugenommen, Marktbeobachter hatten aber mit einem Zuwachs von +0.4% gerechnet. Die Bauwirtschaft erholt sich seit Mitte des vergangenen Jahres vom Rückschlag während der ersten Welle der Corona-Pandemie. Jüngst hat die Branche aber unter Rohstoffknappheit sowie höheren Materialpreisen gelitten.

Materialknappheit bremst deutsche Industrie

Auch die deutsche Industrie bekommt den Materialmangel zu spüren, wie das Ifo-Institut meldete. 64% der befragten Unternehmen hätten über Engpässe bei Vorlieferungen für die Produktion geklagt – dabei handelt es sich um einen Rekordwert. Diese Entwicklung drohe den Aufschwung zu gefährden, meinen die Ökonomen des Münchner Instituts, denn die Lager der Hersteller, dank denen die Knappheit derzeit noch abgefedert werden könne, würden sich zunehmend leeren. So haben mehr als 80% der Autohersteller und -zulieferer eine Knappheit bei Halbleitern und Chips gemeldet, die teilweise bereits zu Lieferverzögerungen geführt hat. Zudem machen steigende Rohstoffpreise den Produzenten zu schaffen. Die Verknappung ist das Resultat der Produktionsdrosselungen in der Rohstoffbranche während der Coronakrise. Weil der Aufschwung viel schneller als erwartet fortschreitet, fehlt es nun an Ressourcen. 

Schweizer Industrie-PMI auf Rekordhoch

Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft bleiben derweil gut. So ist der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie im Juli um 4.3 auf 71.1 Punkte gestiegen – seit Beginn der Datenerhebung 1995 habe das Barometer noch nie so hoch notiert, teilte die Credit Suisse mit. Die Grossbank berechnet den Index zusammen mit dem Branchenverband Procure.ch. Zur positiven Entwicklung trug insbesondere die markante Steigerung der Produktion bei. Zudem hat sich die Auftragslage verbessert, was eine hohe Industrieaktivität in den kommenden Monaten erwarten lässt. Im Dienstleistungssektor hat sich die Stimmung dagegen etwas eingetrübt und der Service-PMI ist von 64.4 im Juni auf 60.8 Zähler im Juli gefallen. Dennoch liegt der Index weiterhin deutlich über der Wachstumsschwelle von 50. 

 

 

Wirtschaftskalender 3. August

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:00 CH Seco Konsumentenstimmungsindex (Juni) -18
16:00 USA Auftragseingang Industrie (Juni) +1.7%

 

Unternehmenskalender 3. August

Land Unternehmen Periode
CHN Alibaba Q1
IT Generali Q2
UK BP Q2
NL DSM Q2
CH Galenica Q2
CH OC Oerlikon Q2
FR Société Générale Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: David Wolf, +41 44 250 83 48, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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