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LGT Private Banking Europe House View – Februar 2021

27. Januar 2021

US-Präsident Biden ist mit viel Schwung in seine Amtszeit gestartet. Die Erwartungen an ihn sind riesig, genauso wie die Herausforderungen, die vor ihm liegen. So wird die Corona-Pandemie zur ersten Bewährungsprobe für die neue Regierung. Wir halten an unserem positiven Konjunkturausblick für 2021 fest und erwarten eine starke Erholung der Unternehmensgewinne. Die teilweise extremen Positionierungen machen die Aktienmärkte allerdings anfällig für Rückschläge. Der Weg zu weiteren Kursgewinnen dürfte daher steiniger werden.

LGT Private Banking Europe House View

Die offizielle Vereidigung des neuen US-Präsidenten Joe Biden ist gerade einmal eine Woche her. Die Erwartungen und die Hoffnungen sind enorm, nicht nur an Biden, sondern an die gesamte neue Regierungscrew in Washington. Das Tempo, das der 46. Präsident in den ersten sieben Tagen angeschlagen hat, erinnert an einen Hundertmeterlauf von Usain Bolt: So hat Biden umgehend angekündigt, dass die USA wieder dem Klimaabkommen von Paris sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beitreten werden, und damit gleich zu Beginn seiner Amtszeit Entscheide der Regierung Trump rückgängig gemacht. In den ersten Stunden als Präsident hat Biden über 15 präsidiale Verordnungen (Executive Orders) erlassen und stellt seine Vorgänger damit klar in den Schatten. Der wirkliche Test für die neue Regierung ist aber die Bewältigung der Covid-19-Pandemie. Wichtige Themen sind etwa der Einsatz von Masken, aber auch die landesweite Impfstrategie. Der Aufgabenberg ist riesig, genauso wie die Erwartungen.

Positiver Wirtschaftsausblick und kaum Inflationsdruck

Obwohl das Leben in zahlreichen westlichen Staaten erneut stillsteht, nachdem die Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie wieder verschärft wurden, halten wir vorerst an unserer positiven Konjunkturprognose für 2021 fest. Selbstverständlich kann es im ersten Quartal da und dort kurzfristige Wachstumsdellen geben, aber für das Gesamtjahr bleiben wir optimistisch. So sorgen die Hilfsprogramme der Zentralbanken und G-10-Regierungen weiterhin für enormen Rückenwind, und die Hoffnungen auf fiskalpolitische Massnahmen haben mit dem Amtsantritt von Joe Biden gar noch Auftrieb erhalten. Gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck auf globaler Ebene bislang moderat. Zwar sind in den USA die Inflationserwartungen im fünf- bis zehnjährigen Bereich gestiegen, doch der Anstieg ist nicht besorgniserregend. Höhere langfristige Erwartungen erscheinen zudem sinnvoll, denn das Risiko ist klar gestiegen, dass die Teuerung in ferner Zukunft anziehen wird. Der wichtigste Markttreiber bleibt bis auf Weiteres aber der beispiellose duale Stimulus.

Vergleich der Risikoprämien

Das aktuelle Marktumfeld zwingt Anleger, an den Kapitalmärkten Risiken einzugehen, um positive Renditen zu erwirtschaften. Für die eingegangenen Risiken möchten wir mit einer angemessenen Prämie entschädigt werden. Dabei ist es nicht nur wichtig, die Risikoprämien vermögensübergreifend zu analysieren, sondern auch, innerhalb einer Anlagekategorie die historische Entwicklung unter die Lupe zu nehmen. Da Aktien volatiler sind als etwa Anleihen, werfen sie generell auch höhere Risikoprämien ab. Eine genauere Betrachtung der Werte zeigt, dass die Prämien aller Anlageklassen im Fixed-Income-Bereich – US-Staatsanleihen (UST), US-Unternehmensanleihen (US IG), hochverzinsliche US-Anleihen (US HY) und Schwellenländerobligation in US-Dollar (EM $) – aktuell unter dem langfristigen Durchschnitt liegen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei europäischen Anleihen. Zudem ist festzustellen, dass sich Aktien vermögensübergreifend klar besser schlagen als andere Anlageklassen, wobei europäische Aktien und Schwellenländer (EM)-Aktien die Nase vorn haben.

Saisonalität und Positionierung

In den Monaten November bis Januar können Anleger in der Regel überdurchschnittliche Renditen an den Aktienmärkten erwirtschaften, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt. So war es auch in den letzten drei Monaten. Die kommenden Wochen dürften etwas zäher werden und wir erwarten eine höhere Volatilität an den Kapitalmärkten. Das beeinflusst unsere konstruktive Haltung für das Gesamtjahr zwar nicht, doch wir erwarten nach den jüngsten Kursgewinnen eine Konsolidierung. Für Gegenwind könnte zudem die teilweise extreme Positionierung an den Märkten sorgen. In den letzten zwei Monaten wurden rekordhohe Zuflüsse in Aktien verzeichnet. Das ist zwar nicht ungewöhnlich für die Periode von Dezember bis Januar, doch dürfte die Unterstützung durch neue Käufer angesichts der bereits hohen Aktienpositionen kurzfristig wegfallen. Beide Faktoren – Saisonalität und Positionierung – werden kaum das Ende des Bullenmarkts in Aktien einläuten, doch wird der Weg zu Kursgewinnen steiniger und mühsamer.

Gewinnrealisierung in Schwellenländeranleihen

Wir halten an unserer konstruktiven Einstellung fest, jedoch ist die Zeit für eine Verschnaufpause gekommen, wie bei einer anstrengenden Wanderung in den Alpen. Für Investoren bleibt es zentral, in jeder Anlageklasse eine adäquate Prämie für das eingegangene Risiko zu erhalten. Die vermögensübergreifende Präferenz von Aktien gegenüber Obligationen bleibt bestehen, wobei der Erfolgsfaktor bei Aktien weiter die Selektion ist. Nach der starken Performance von Schwellenländeranleihen in Hartwährungen reduzieren wir unsere Einschätzung von «attraktiv» auf «neutral». Bei einer höheren Volatilität an den Kapitalmärkten dient Gold als ideale Absicherung des Portfolios.

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Autor: Thomas Wille, Head Research & Strategy, Email: thomas.wille@lgt.com 
Redaktion: Tina Haldner, E-Mail: tina.haldner@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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