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LGT Private Banking House View – August 2020

29. Juli 2020

Die Corona-Krise hält die Märkte weiter in Atem, und der zumindest kurzfristig aufkommende Gegenwind hat zugenommen. Dadurch hat sich auch das Risiko-/Renditepotenzial an den Aktienmärkten jüngst wieder eingetrübt und die Volatilität dürfte zunehmen. Innerhalb der Fixed Income-Quote favorisieren wir selektiv riskantere Segmente, die Devisenvolatilität dürfte gering bleiben. 

LGT Private Banking Europe House View

Der Gegenwind an den Finanzmärkten nimmt zu

Die Pandemie hält die Finanzmärkte weiterhin in Atem, wobei eine gewisse Selbstgefälligkeit zu bemerken ist, die nicht zuletzt auf dem 20-Billionen-Dollar-Stimulus der Notenbanken und der Regierungen beruht. An den Kapitalmärkten hat aber der Gegenwind in den vergangenen Wochen spürbar zugenommen, vor allem aus Sicht der Optimisten. Die Argumente der «Bullen» lauten wie folgt:

  • Der schmerzhafte «Lockdown» ist vielerorts beendet
  • Es gibt erste Erfolge bei der Impfstoff-Entwicklung
  • Die volkswirtschaftlichen Daten verbessern sich stetig, wenngleich auf niedrigem Niveau
  • Die Unternehmen werden aufgrund der Kostenkontrolle nächstes Jahr eine Gewinnexplosion erleben
  • Die Notenbanken sorgen für «unlimitierte» Liquidität
  • Die Zinsen bleiben auf Tiefstniveau und die Finanzierungskonditionen konjunkturunterstützend 

Dagegen sehen die «Bären» die Welt derzeit wie folgt:

  • Covid-19 ist nicht unter, sondern ausser Kontrolle
  • Die Wiedereröffnung der Volkswirtschaften verlangsamt sich oder ist gar ins Stocken geraten. Daher wird die Arbeitslosigkeit länger hoch bleiben und den Konsum schädigen
  • Die beschlossenen Fiskalpakete werden nicht ausreichen
  • Die Erholung der makroökonomischen Indikatoren beginnt sich abzuschwächen
  • Bewertungen sind auf einem mehrjährigen Hoch
  • Die US-Wahlen bilden einen Unsicherheitsfaktor
  • Das Risiko eines Handelskonflikts zwischen den USA und China hat neuerlich zugenommen

Die Argumente beider Seiten sind zwar rational nachvollziehbar, bieten aber einen enormen Interpretationsspielraum hinsichtlich der zeitlichen Entwicklung sowie der Frage, wieviel dieser Informationen an den Kapitalmärkten bereits eskomptiert ist.

Zumindest kurzfristig aufkommender Gegenwind

Wir bleiben mittelfristig weiter konstruktiv, rechnen aber kurzfristig mit einem zunehmenden Gegenwind an den Kapitalmärkten. Im Zentrum stehen die folgenden drei Herausforderungen:

  • Die Folgen von Covid-19 werden die Volkswirtschaften und somit die Kapitalmärkte weitaus länger beschäftigen als heute erwartet. In dieser Situation spielen die Medien eine Schlüsselrolle: Das kurzfristige Risiko dramatischer Schlagzeilen sollte nicht unterschätzt werden.
  • Das Wiederaufflammen des Handelskonflikts zwischen Washington und Peking kommt zu einem äusserst ungünstigen Zeitpunkt, denn die Weltwirtschaft hat erst gerade den ersten Corona-Schock verdaut, während sich bereits eine zweite Pandemie-Welle abzeichnet.
  • Die US-Präsidentschaftswahl ist der dritte Risikofaktor. Die Unsicherheit dürfte in nächster Zeit zunehmen und das nächste US-Fiskalpaket zum politischen Spielball werden.

Die Aktienrisikoprämie bleibt attraktiv

Die Aktienrisikoprämie des S&P 500 hat sich in den letzten Monaten relativ stabil zwischen 350 bis 400 Basispunkte bewegt (Grafik 3). Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Werte über dem historischen Durchschnitt liegen – ein ähnliches Bild zeigt sich auch an anderen Leitbörsen. Zudem liegt die Risiko-prämie in den USA mehr als 500 Basispunkte höher als zur Jahrtausendwende, als Investoren sogar eine negative Prämie akzeptiert haben. Natürlich war damals auch das Zinsniveau viel höher, aber der Kapitalmarkt indiziert heute, dass Anleger zumindest auf der Aktienseite mittel- bis langfristig für die eingegangenen Risiken entschädigt werden.

Gegenwind sorgt für Volatilität ­ Selektion im Zentrum

Unsere Anlagestrategie hat weiterhin einen konstruktiven Grundtenor, wobei der zunehmende Gegenwind für Volatilität sorgen dürfte. Auf Stufe Anlagestrategie bevorzugen wir Aktien gegenüber Obligationen, weil der Investor bei ersterer Kategorie besser für die eingegangenen Risiken entschädigt wird. Innerhalb des Aktienuniversums liegt der Fokus weniger auf Regionen als auf Industrien oder Einzeltiteln, sprich die Selektion ist wichtig. Wir favorisieren weiterhin Pharmawerte, die im historischen Vergleich weiter ein attraktives Risiko/Rendite-Verhältnis aufweisen. Bei Obligationen bieten Unternehmensanleihen eine positive Rendite, aber auch hier steht die Selektion im Zentrum. Bei Schwellenländeranleihen bleiben wir für den Moment an der Seitenlinie. Trotz der enormen Kursavancen in Gold halten wir das Edelmetall mittel- bis langfristig für attraktiv. Da die Bäume aber nicht in den Himmel wachsen, raten wir davon ab, der Rally kurzfristig nachzujagen.

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Autor: Thomas Wille, Head Research & Strategy, Email: thomas.wille@lgt.com 
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: alessandro.fezzi@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
Risikohinweis (Disclaimer)

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