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LGT Investorama: "Teilkaskoversicherung" gegen einen Zinsanstieg

3 mars 2017

Wie andere festverzinsliche Instrumente hängt auch die Wertentwicklung inflationsgeschützter Anleihen primär von der Veränderung des Zinsniveaus ab. Im Unterschied zu klassischen Obligationen wird bei inflationsgeschützten Schuldverschreibungen jedoch nur der reale Coupon fixiert und die Inflationsrate variabel abgegolten. Investoren, die über das latente Inflationspotential besorgt sind, bieten indexierte Anleihen deshalb gleichsam eine "Teilkaskoversicherung" gegen einen Zinsanstieg.

 

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 Der Markt für inflationsindexierte Anleihen bleibt im Vergleich zu konventionellen Obligationen noch relativ jung, ist in den letzten Jahren aber stark gewachsen. Während Grossbritannien und die USA zu Beginn weg eine marktdominierende Position eingenommen haben, sind in den letzten 15 Jahren vermehrt auch Emissionen anderer Länder zu verzeichnen. Neben entwickelten Volkswirtschaften emittieren auch Schwellenländer wie Brasilien oder Mexiko solche Papiere. Und die Zahl der Emittenten nimmt stetig zu. Der Zeitpunkt für Anleger ist günstig. Dank stabilen Wachstumsaussichten und versprochenen reflationären Fiskalmassnahmen in den USA könnte das Zugpferd der Weltwirtschaft höhere Teuerungsraten zu sehen bekommen. Zudem wird in Europa und Japan weiterhin mit ultraexpansiver Geldpolitik für höhere Inflation gekämpft.

Noch verweilen die Inflationserwartungen inmitten ihres langen Seitwärtstrends als Resultat antagonistischer Extremkräfte. Deflationsdruck infolge der dringend notwendigen Entschuldung staatlicher sowie zumindest teilweise auch privater Bilanzen auf der einen und steigende Inflationsrisiken aufgrund der nach wie vor äusserst expansiven monetären Bedingungen auf der anderen Seite halten sich in einem labilen Gleichgewicht die Waage.

Der ölpreisbedingte statistische Basiseffekt sorgt jedoch für leichten zyklischen Aufwind. Hinzu kommt, dass in den USA und auch in Japan dank versprochenem Fiskalstimulus möglicherweise inflationstreibende Kräfte ins Spiel kommen könnten. Dies ist durchaus im Interesse führender Notenbanken, welche seit geraumer Zeit fiskalpolitische Unterstützung als Ergänzung zu ihrer ultraexpansiven Geldpolitik fordern. Einige Marktteilnehmer befürchten deshalb gar ein gewolltes Überschiessen der Inflation seitens der Notenbanken.

Die laufende Zinsnormalisierung in den USA relativiert zwar dieses Szenario, trotzdem ist der wirtschaftliche Ausblick so reflationär wie seit langem nicht mehr. Wer in Zeiten steigender Zinsen weiterhin in Anleihen investiert ist, sei es aus Diversifikationsüberlegungen oder wegen Haltevorschriften, findet in inflationsgeschützten Titeln ein ideales Anlageinstrumentarium, um sein Portfolio zusätzlich zu diversifizieren oder aber, um sich gegen den anfälligen Verlust der Kaufkraft zu schützen, welcher im Falle einer Reflation droht. Im Portfoliokontext gebührt ihnen deshalb ein fester Platz: nicht nur als taktischer Tipp, sondern besonders auch auf Stufe der strategischen
Asset Allokation.

Autor: LGT Capital Partners

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